Sommergewitter und ein erster Ausblick in den Herbst


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Kolumne von Vermögensverwalter Ulrich Seemann

Liebe Leserinnen und liebe Leser, in den letzten Wochen haben Kapitalanleger wieder etwas stabilere Nerven gebraucht, um den Schwankungen der Kapitalmärkte begegnen zu können.

Alle, die ihre Aktienpositionen mit Ruhe im „Körbchen“ liegen ließen (d.h. im Depot), sollten das auch weiterhin tun, denn die Aktienmärkte haben sich zwischenzeitlich erholt, insbesondere der deutsche Aktienindex DAX und seine Geschwister. Wer ganz clever war, konnte Top-Aktien zu günstigen Preisen erwerben und sein Depot weiter verbessern. Kaufen muss man am besten immer dann, wenn die (sprichwörtlichen) „Kanonen donnern“, also die Presse schlechte Nachrichten bringt. Das gilt auch weiterhin. Günstige Einkaufsgelegenheiten in Folge (überbewerteter) schlechter Nachrichten werden wir noch häufig sehen.

Für mich ist dies alles nicht überraschend und genau die Empfehlung, „ruhig zu bleiben“, hatte ich Ihnen in meiner letzten Kolumne gegeben, in der ich die Griechenlandkrise und die Zusammenhänge, die der Euro den europäischen Volkswirtschaften auferlegt, erklärte. 

Die Griechenlandkrise ist noch nicht vorbei, aber es zeigt sich inzwischen, dass die Größenordnung der griechischen Tragödie die Kapitalmärkte nicht nachhaltig beeinflussen kann, und – wie ebenfalls erwähnt – politisch beeinflusste Börsen haben meist eine kurze Verweildauer. Deutschland, so lese ich soeben in der Zeitung, hat von der Griechenlandkrise sogar profitiert: Da deutsche Staatsanleihen als „Fluchtanlage“ gesehen werden, stieg deren Preis, und die Zinsen sanken dadurch. Diese Zinsersparnis freut nun den deutschen Finanzminister. Kluge Köpfe wollen errechnet haben, dass die daraus resultierende Zinsersparnis in Deutschland höher ist als der mögliche Schuldenausfall. Ich kann nicht beurteilen, ob das direkt mit Griechenland zusammenhängt oder noch andere Faktoren eine Rolle spielen. Aber zum ersten Mal seit Langem wird eine Seite beleuchtet, die die Wirtschaftspresse mit ihren vielen griechischen Schreckensnachrichten oft ignorierte. 

 

Wie geht es denn nun weiter? Ein Blick nach vorn!

Negative Nachrichten werden auch in Zukunft immer wieder das Börsengeschehen beeinflussen. Die Märkte bleiben affin für alle möglichen negativen Nachrichten. Schon haben wir – mit Verlaub –  wieder „eine neue Sau gefunden, die wir durchs (sprichwörtliche) Dorf treiben können“: China! 

Diese Riesenvolkswirtschaft ist seit Jahren mit gewaltigen Zuwachsraten unterwegs, und die chinesische Regierung hat schon vor Monaten angekündigt, man möchte übertrieben hohe Wachstumsraten gern reduziert wissen. 7% sind jetzt „nur“ noch angestrebt, immerhin noch das 4-5-Fache des deutschen Wirtschaftswachstums. 

Mal ehrlich: Wäre es denn schlimm, wenn es noch etwas weniger wächst in China? Auch wenn die deutschen Autobauer mit hohen Exportraten in China Geld verdienen, so bedeutet eine mögliche Umsatzeinbuße doch noch nicht, dass nun alle Fahrzeugkäufe in China zum Erliegen kommen. 

Die Crash-Propheten machen sich wieder ihre Gedanken. Klar ist, die Entwicklung in China muss man aufmerksam beobachten. Aber wenn die chinesischen Aktien in den letzten 12-15 Monaten um weit mehr als 100 % (!!!) gestiegen sind, dann fällt eine Korrektur auch mal entsprechend heftiger aus. Und wir können froh sein, dass die chinesische Regierung hier regulierend in deren Kapitalmarkt eingreift, wenngleich dies nicht grade für eine freie Marktwirtschaft spricht und weshalb ich mich auch mit meinen Anlegern vom chinesischen Markt fernhielt. Sorgen mache ich mir deswegen derzeit keine. 

Es ist übrigens für mich eine Tatsache, dass – besonders in Deutschland – negative Nachrichten sehr gern angenommen werden, während positive Nachrichten eher ignoriert werden. So konnte man heute der Presse entnehmen, das Wirtschaftswachstum habe in den neunzehn Eurostaaten das neunte Quartal in Folge zugenommen (!), auch in Italien und Frankreich. Spanien ist nun die Wachstumslokomotive in Europa, nachdem man in 2012 ein Hilfspaket beantragt hatte. Das ist doch toll, denn Europa ist unser größter Markt, aber unsere Aktienmärkte leiden heute unter China?  –> Das ist nicht rational.

Als Nächstes dürfte noch die mögliche (aber sicher geringe) Zinserhöhung in Amerika die Aktienmärkte – kurzfristig – im September etwas belasten, und dann könnte die Kursrallye endlich neu starten.

Deswegen: Auch in Zukunft wird es wichtig sein, sich klare strategische Gedanken zum Medium Geldanlage zu machen und die Marktgegebenheiten klug einzuschätzen. Meine Strategie war und ist es auch in diesem Jahr in qualitativ hochwertige Dividendenpapiere zu investieren, somit die „Verzinsung“ dieser Papiere einzunehmen und die anschließenden Kurssteigerungen mitzunehmen. Bisher schaut es da recht gut aus. 

Dabei würde ich auch Ihnen gern helfen, wenn Sie wollen.  Vielleicht rufen Sie mich ja doch mal an? 

Herzliche Grüße 

Ulrich Seemann

Tel. +49 176 3268 3826

oder Ihre E-Mail an u.seemann@seemann-vermoegen.de

Web: www.seemann-vermoegen.de




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