Sevilla soll ein monumentales Hochhaus bekommen


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Status des „UNESCO-Kulturerbes“ ist gefährdet

Die historische Altstadt von Sevilla ist eine der schönsten Spaniens. Ihre Kathedrale ist die größte gotische Kirche der Welt, und zusammen mit dem maurischen Palast Alcázar und dem Indischen Generalarchiv, das von einem Sohn Christoph Kolumbus’ gegründet wurde, hat sie den Status des „Weltkulturerbes der Menschheit“, den die UNESCO vergibt.

Sevilla – Genau dieser Status droht nun verlorenzugehen, wenn das geplante Hochhaus der Bank Cajasol weitergebaut wird. Architekt ist César Pelli, der auch die Türme von Kuala Lumpur gebaut hat. Der geplante, 178 Meter hohe Wolkenkratzer, in Spanien kurz „Torre Pelli“ genannt, würde die Giralda, den berühmten Glockenturm der Kathedrale, um fast das Doppelte überragen, sehr zum Entsetzen aller Freunde des historischen Sevilla.

Ende Juli tagt die zuständige Kommission der UNESCO in Brasilien, und dabei kommt auch der Fall Sevilla zur Sprache. „Im schlimmsten Fall kann passieren, dass Sevilla aus der Liste des Weltkulturerbes gestrichen wird“, so Victor Fernández Salinas von den spanischen Denkmalschützern ICOMOS. Es wurde bisher erst ein Ort aus dieser UNESCO-Liste in Europa gestrichen, und das war Dresden, wegen des Baus einer Brücke über das Elbtal. Fernández weiter: „Ich glaube nicht, dass Sevilla Wolkenkratzer braucht.“

Das Geldinstitut Cajasol ist da anderer Meinung und baut ungestört weiter an seinem Hochhaus. Alle Appelle an die Stadtverwaltung, die Bausünde zu verhindern, verhallten bisher ungehört.




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