Serien-Brandstifter


Der Serien-Brandstifter sitzt bis auf Weiteres in Untersuchungshaft. Galicien war auch im vergangenen Jahr von zahlreichen Waldbränden betroffen. Foto: EFE

Einem 40-jährigen Galicier werden 207 Brandstiftungen zugeschrieben

Pontevedra – In Galicien wird seit Jahren gegen einen Serienbrandstifter ermittelt, der mehrere Hundert Waldbrände zu verantworten hat. Der 40-jährige Gustavo Varela Castro ist seit 2012 dreimal wegen Brandstiftung festgenommen worden. Die Ermittler der Umweltschutzpolizei Seprona und der Kriminalpolizei haben bisher in 207 Fällen schlüssige Hinweise darauf dokumentiert, dass Varela diese Waldbrände gelegt hat.

Zuletzt wurde Gustavo Varela im August vergangenen Jahres als mutmaßlicher Verursacher von nicht weniger als 16 Bränden in den Provinzen Pontevedra und A Coruña verhaftet. Die Anzeige wegen fortgesetzter Brandstiftung wurde kürzlich durch die Seprona noch um ein Dutzend weiterer Waldbrände im Gemeindegebiet Lalín erweitert.

Der mutmaßliche Serienbrandstifter stammt aus dem Ort Agolada, einem Dorf mit 2.500 Einwohnern nahe Pontevedra. Die Ermittler gehen davon aus, dass Varela vor etwa sechs Jahren damit begonnen hat, Brände zu legen. Einer regulären Beschäftigung geht er nicht nach, doch ist er bei der Polizei wegen häuslicher Gewalt aktenkundig. Auch in diesem Zusammenhang wurde er schon mehrfach festgenommen, weil er die Fernhalteverfügung zum Schutz seiner Lebensgefährtin nicht eingehalten hatte.

Wegen der Brandstiftungen wurde er zum ersten Mal 2012 verhaftet, 150 Waldbrände in verschiedenen Gegenden Galiciens gingen damals nach den Erkenntnissen der Polizei auf sein Konto. Eine zweite Festnahme erfolgte im Jahr 2015, als er wiederum mehrere Dutzend Waldbrände gelegt hatte.

Den Ermittlern der Seprona ist es gelungen, bezüglich der Waldbrände im vergangenen August einen Zusammenhang zwischen dem Auftreten der Feuer und Varelas jeweiligem Aufenthaltsort herzustellen. Einmal konnten die Beamten den Verdächtigen sogar vor Ort überraschen, direkt nachdem er zwei Brände nahe der Ortschaft Ferreiroa gelegt hatte.

Gustavo Varela kam in Untersuchungshaft, bevor die tragische Waldbrandwelle vom 14. bis 16. Oktober des letzten Jahres Galicien heimsuchte, 49.000 Hektar verbrannte und vier Menschenleben forderte. Die Ermittler kamen bisher zu dem Schluss, dass auch 88% dieser Brände absichtlich gelegt worden sind. Die Untersuchung dieser Ereignisse dauert noch an und soll bis kommenden April abgeschlossen werden.

Die Untersuchungshaft für Varela, der seit vergangenem Sommer in der Justizvollzugsanstalt von La Lama einsitzt, ist kürzlich verlängert worden, sodass zumindest dieser Serien-Brandstifter vorerst nicht mehr zündeln kann.




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