Sein Verteidiger fordert Gleichbehandlung von Ronaldo vor Gericht


Cristiano Ronaldo verdient nicht nur als Ausnahmefußballer ein Vermögen, sondern auch als Werbeträger und an seinen Bildrechten. Foto: EFE

Real Madrid-Star Cristiano Ronaldo wird Steuerhinterziehung vorgeworfen

Madrid – Im Sommer vergangenen Jahres erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Cristiano Ronaldo und warf ihm vor, von 2011 bis 2014 Steuern in Höhe von 14,7 Millionen Euro hinterzogen zu haben. Ronaldo soll sein Firmengeflecht in Irland und auf den British Virgin Islands dazu benutzt haben, Werbeeinnahmen zu verschleiern.

Kurioserweise ist es ausgerechnet die von Finanzminister Cristóbal Montoro gegründete Kanzlei und Unternehmensberatung „Equipo Económico“, welche die Verteidigung von Cristiano Ronaldo übernommen hat. Steuerexperte Manuel de Vicente-Tutor war dieser Tage zum Gerichtstermin in Pozuelo de Alarcón geladen. Vor der zuständigen Richterin erhob de Vicente-Tutor schwere Vorwürfe gegen das Finanzamt, wie eine nationale Zeitung berichtete: Der Fiskus lege den Fall Ronaldos nach eigenem Gutdünken aus; es handele sich um kein strafrechtliches Delikt, sondern allenfalls um eine verwaltungsrechtliche „Abweichung“. Der Experte führte an, Ronaldo habe niemals Steuern hinterziehen wollen. Noch nicht einmal die Abtretung der Bildrechte des Spielers an eine Gesellschaft auf den British Virgin Islands stelle eine Verschleierung dar, so de Vicente-Tutor. „Es handelt sich um ein Gebiet auf demselben Niveau wie die USA. Unternehmen wie Telefónica nutzen Gesellschaften auf den British Virgin Islands,“ führte der Steuerexperte an.

Bei seiner Aussage sprach Manuel de Vicente-Tutor konstant von „Herrn Dos Santos“ (der offizielle erste Nachname von Cristiano Ronaldo) um der Richterin vor Augen zu führen, dass sein Mandant trotz seiner Berühmtheit wie jeder andere Bürger zu behandeln sei.

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