Sechs Aspekte mahnen zur Vorsicht!

Die „Paisaje Lunar“ soll nicht betreten werden. Foto: wb

Die „Paisaje Lunar“ soll nicht betreten werden. Foto: wb

Ein Artikel von Ottmar Beck (Alltrust AG)

In der heutigen Investmentwelt gibt es nichts, was wirklich preiswert ist. Da die Regierungen und Zentralbanken weltweit immer weiter neues Geld kreieren, sind vor allem Finanzanlagen überbewertet.

Aktien, festverzinsliche Wertpapiere, Immobilien, Rohstoffe und sogar Bargeld sind kein günstiges und vor allem sicheres Angebot mehr. Über die letzten zwei Jahre haben die Aktienmärkte seit ihrem Tief im März 2009 eine Kurssteigerung um fast 100 % erzielt. Betrachten wir die Realverzinsung nach Steuern, haben wir mit Festgeld vor allem an Kaufkraft verloren. Es gibt sechs Gründe, warum Vorsicht jetzt wichtig ist.

Japan – die Atomkatastrophe ist noch nicht ausgestanden

Niemand scheint wirklich zu wissen, was in dem japanischen Atomreaktor Fukushima Daiichi wirklich passiert. Japan erwirtschaftet zwar nur 5,8% des Weltsozialproduktes, aber es produziert 20 % aller Computerchips, 60 % aller Siliziumscheiben und rund 90 % eines Kunstharzes, das in Leiterplatten verwendet wird. Was wird passieren, wenn es aufgrund des Unfalles im Atomkraftwerk doch noch zu einer Panik in der Großstadt Tokio kommt?

Der Nahe Osten – langfristige Instabilität?

Die Tumulte im Nahen Osten können durchaus zu größeren Auseinandersetzungen in der gesamten Region führen. Alle autoritären Regime in dieser Region sind im Moment einem großen Druck vonseiten ihrer Bevölkerung ausgesetzt. Und die Reaktionen sind zwiespältig. Während Saudi-Arabien auf der einen Seite die Absetzung von Gaddafi unterstützt, interveniert es andererseits militärisch, um den Regenten in Bahrain zu unterstützen. Saudi-Arabien, Bahrain und die Straße von Hormus, durch die 40 % des Welterdöls transportiert werden, sind für die Ölversorgung wichtiger als Libyen. Wenn Saudi-Arabien in Flammen aufgeht, werden sowohl Erdöl- als auch Goldpreise in den Himmel schießen.

USA – die tiefe Spaltung zwischen Republikanern und Demokraten

Um die überparteiliche Zusammenarbeit zu forcieren, richtete Obama eine Kommission ein, die insbesondere zu Einsparungsmöglichkeiten bei Gesundheitsversorgung und Sozialsystemen Vorschläge erarbeiten soll. Sie soll aus je zwei Abgeordneten und Senatoren beider Parteien bestehen und bis Ende Juni einen Vorschlag erarbeiten, der dann in den Haushaltsentwurf für 2012 Eingang finden soll. Doch die Analysten der US-Medien bezweifeln, dass die Kommission dazu in der Lage sein wird. Vielmehr vermuten sie, dass angesichts der völlig unterschiedlichen Auffassungen zwischen beiden Parteien der Streit bis weit ins Jahr 2012 hineinreichen und letztlich auch den Wahlkampf zwischen Oba­ma und seinem republikanischen Herausforderer im kommenden Jahr bestimmen wird. Hierbei werden sich zwei völlig unterschiedliche Auffassungen über die Zukunft gegenüberstehen.

Das Ende von QE2 könnte für Verwerfungen an den Märkten sorgen

Unter QE (quantitative easing) versteht man, dass eine Zentralbank bei einem Zinssatz von beinahe null versucht, die Wirtschaft durch den Ankauf von Staatspapieren mit Geld zu versorgen. Umgangssprachlich heißt das: Die Notenbank druckt Geld. Die große Frage ist daher im Moment: Werden sich die Aktien nach QE2 genauso verhalten, wie sie es getan haben, als QE1 endete? Und wenn die Aktien wieder abstürzen, wird dann QE3 kommen? Das weiß heute niemand zu beantworten.

Inflation und Rohstoffpreise

Früher haben wir oft diskutiert, ob wir eine „Demand pull“- oder „Cost push“-Inflation haben. Heute ist klar: Es ist eindeutig eine von Rohstoffpreisen getriebene Inflation. Wenn wir die Vergangenheit betrachten, hat sich eine Rohstoffpreis getriebene Inflation noch immer totgelaufen. Bleiben die hohen Rohstoffpreise im nächsten Jahr stabil, wird deren Einfluss auf die Inflationsrate gleich null sein. Aber die hohen Preise werden das Wachstum abschwächen, mit der Folge, dass die langfristigen Zinsen wieder fallen könnten. Ein Verlauf, der den Zentralbanken ins Konzept passen würde.

Der Erdölpreis

Auf steil steigende Erdölpreise folgt nach einem Jahr oft ein deutlicher Rückgang der Aktienkurse. Das ist natürlich nicht zwangsläufig so, da auch andere Faktoren wie Wachstum, Gewinnentwicklung und Zinsen den Aktienmarkt beeinflussen. Aber in der Vergangenheit war immer wieder festzustellen, dass sich eine Steigerung des Erdölpreises von über 50 % relativ rasch auf die Aktienmärkte auswirkt. Sollte sich der Erdölpreis auf über 140 US-Dollar vor dem September 2011 erhöhen, hätten wir innerhalb kürzester Zeit einen Anstieg um 80 % – und das würde den Aktienmarkt stark belasten.

In der Anlagewelt von heute müssen Sie vor allem an eines denken: an den Erhalt der Kaufkraft ihres Vermögens.

Mehr Informationen?   

Haben Sie Interesse? – Sie können bei Herrn Robert Burlon unter der Telefon-Nr.: 922 57 54 96 Näheres erfahren.




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