SEAT erhält den Deutsch-Spanischen Wirtschaftspreis 2014 der AHK Spanien für seine duale Berufsausbildung


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Deutsche Handelskammer für Spanien in Madrid

Die spanische Staatssekretärin für Arbeit, Engracia Hidalgo, überreichte den Preis auf der Galaveranstaltung in Madrid an Josef Schelchshorn, Vizepräsident Human Resources von SEAT. Den zweiten Platz belegte Siemens mit seinen Projekten im Bereich Corporate Social Responsibility, Innovation und duale Berufsausbildung. Das Unternehmen Pierburg wurde für seine Innovationsstärke und Anpassungsfähigkeit mit dem dritten Preis ausgezeichnet.

Madrid – Wie die Jury des diesjährigen Deutsch-Spanischen Wirtschaftspreises, bestehend aus Repräsentanten von Unternehmen, Wirtschaftsorganisationen und Business Schools sowie dem deutschen Botschafter in Spanien, Reinhard Silberberg, hervorhob, sind die duale Berufsausbildung und Innovationsstärke Schlüsselfaktoren für die Sicherung und Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der spanischen Wirtschaft.

Der Preis wurde am 6. Juni von der Staatssekretärin für Arbeit, Engracia Hidalgo, an Josef Schelchshorn, Vizepräsident Human Resources von SEAT, im Hotel Intercontinental in Madrid überreicht. An der Veranstaltung nahmen unter anderem der Generaldirektor für Berufsausbildung des Bildungsministeriums, Ángel de Miguel, die Leiterin der staatlichen Arbeitsagentur (SEPE), María de los Reyes Zatarain del Valle, sowie Vertreter des spanischen Verbands der Autohersteller, ANFAC, teil.

Die Staatssekretärin berichtete in ihrer Ansprache, dass seit der Arbeitsmarktreform im Jahr 2012 mehr als 203.000 Ausbildungs- und Lehrverträge in Spanien unterzeichnet wurden und sich die Anzahl der dualen Ausbildungsplätze, bei denen die spanischen Jugendlichen die theoretische Ausbildungsinhalte in einem Unternehmen praktisch anwenden können, deutlich erhöht habe.

Josef Schelchshorn bedankte sich bei den Jurymitgliedern für die Auszeichnung und sagte: „Das duale Ausbildungsangebot verdeutlicht das Engagement von SEAT für mehr Beschäftigung in Spanien und erhöht gleichzeitig unsere Wettbewerbsfähigkeit.”

José Luis López-Schümmer, Präsident der Deutschen Handelskammer für Spanien: „Wir erleben eine erfolgversprechende Entwicklung in Spanien, in der die duale Berufsausbildung, Schlüsselfaktor der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft, zunehmend Eingang in die Unternehmen findet. Die AHK Spanien unterstützt diesen Prozess seit Jahren tatkräftig.”

SEAT hat stark auf eine duale Berufsausbildung nach deutschem Vorbild gesetzt, mit einem umfassenden und vielseitigen Programm, das aus fünf technischen Berufsbildern besteht: Kfz-Mechatroniker, Mechatroniker, Werkzeugmechaniker, Elektroniker Fachrichtung Automatisierungstechnik und Industriemechaniker. Jeder Ausbildungsgang dauert drei Jahre und umfasst 4.625 Stunden. Derzeit zählt das Ausbildungszentrum von SEAT 167 Schüler.

Die Lehrlinge von SEAT unterschreiben einen Ausbildungs- und Lehrvertrag und erhalten vom ersten Tag an ein Gehalt. Außerdem erhalten sie zusätzlich Englisch- und Deutschkurse, um später einen internationalen Einsatz innerhalb der Unternehmensgruppe zu ermöglichen.

Die zum Unternehmen gehörende Berufsschule besteht seit dem Jahr 1957 und ist Pionier bei der Einführung der dualen Berufsausbildung in Spanien. Seit dem Ausbildungsjahrgang 2012-2013 wendet SEAT das duale Ausbildungsmodell an, um die Ausbildungsinhalte dem realen Bedarf des Unternehmens anzupassen. Im Juli 2013 unterzeichnete SEAT ein Abkommen mit der katalanischen Landesregierung über die offizielle Anerkennung als spanische Berufsausbildung nach zwei Jahren (sogenannte  „grado medio“) und der einjährigen Zusatzqualifizierung, die von der unternehmenseigenen Berufsschule angeboten wird. Die Qualifikation wird sowohl von den katalanischen, als auch von den deutschen Behörden anerkannt, da die Prüfungen unter anderem von der Deutschen Handelskammer für Spanien abgenommen werden.

Für die Ausbildungsplätze des Jahrgangs 2014-2015, der im September 2014 beginnt, hat SEAT über 900 Bewerbungen erhalten.

Siemens belegt den zweiten Platz

Der zweite Platz ging dieses Jahr an Siemens für seine Projekte im Bereich der dualen Berufsausbildung, Corporate Social Responsibility und Innovation. Als Beispiele führte die Jury folgende Projekte an:

Siemens entwickelte im vergangenen Jahr Trainguard Sirius CBTC für Stadt- und Regionalbahnen aller Art. Unter Einsatz modernster digitaler Funkübertragungstechnik überwacht und regelt das System, das bereits in Singapur sowie im türkischen Marmaray-Tunnel angewendet wird, die Zuggeschwindigkeit entsprechend der jeweiligen Verkehrssituation.

Im Bereich Nachhaltigkeit und Umweltschutz hat Siemens in Spanien den Environmental Siemens Award erhalten, der die Leistung der Tochtergesellschaft als Beste im weltweiten Siemens-Netzwerk auszeichnet.

Seit 1982 fördert Siemens mit dem Dual Business Administration Trainee Program die Integration junger Menschen in die Arbeitswelt. Mehr als 300 Schüler haben das Programm bereits erfolgreich absolviert, viele von ihnen arbeiten heute in Führungspositionen bei Siemens in ganz Europa.

Die Jury zeichnet Pierburg mit dem dritten Preis aus

Den dritten Preis erhielt die Firma Pierburg, die Motorbestandteile für Kraftfahrzeuge herstellt. Ihre Produktpalette ist seit 1994 auf die Herstellung von Ventilen zur Abgasrückführung (AGR) sowie auf Sekundärluftventile (ARV, SLV und ESV) spezialisiert.

Laut der Jury hat Pierburg es geschafft, sich an völlig neue Marktbedingungen erfolgreich anzupassen. Denn Anfang der Neunzigerjahre trat eine neue europäische Abgas-Richtlinie in Kraft, die die bis dato üblichen Vergaser und Kraftstoffpumpen für obsolet erklärte – Produkte, die damals 85 Prozent des Umsatzes von Pierburg ausmachten. Produkte und Technologien mussten von Grund auf verändert werden. Dank umfangreicher Produkt- und Prozessinnovationen ist Pierburg heute Marktführer und wird für seine Qualität, seinen Service und sein technologisches Know-how geschätzt.

Als der Anpassungsprozess 1992 begann, zählte Pierburg 100 Mitarbeiter, heute sind es  400. Des Weiteren wurde dank der Expertise von Pierburg, S.A. 2009 ein Teil der Forschung von der Zentrale in Deutschland nach Spanien verlegt.

SEAT spendet das Preisgeld der Fundación Jóvenes y Desarrollo

Gemäβ der Satzung des Deutsch-Spanischen Wirtschaftspreises spendet der Gewinner das Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro einer gemeinnützigen Einrichtung. Dieses Jahr unterstützt SEAT mit der Summe die Salesianer-Stiftung Fundación Jóvenes y Desarrollo, die sich der Jugendarbeit widmet und weltweit für Gerechtigkeit, Frieden, Gleichberechtigung, Demokratie, Solidarität und Umweltschutz arbeitet.

Ziel des Deutsch-Spanischen Wirtschaftspreises

Mit der Auszeichnung sollen deutsche und spanische Unternehmen, die neuartige Produkte oder Verfahren entwickelt und erfolgreich am Markt platziert haben, eine Anerkennung erhalten. Prämiert werden insbesondere Unternehmen, die unter anderem durch ihre Aktivitäten in Forschung und Entwicklung, Sustainability, Corporate Social Responsability sowie berufliche Aus- und Weiterbildung einen herausragenden unternehmerischen Erfolg erzielt und/oder entschieden zum Wachstum ihrer Region beigetragen haben.




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