Schwere Überschwemmungen auf dem Festland fordern Todesopfer


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Wasser- und Schlammmassen rissen alles mit sich

Am 28. September kam es zu starken Regenfällen in Andalusien, Murcia und Valencia. An einigen Stellen fielen über 200 Liter Regen pro Quadratmeter. Doch am schlimmsten waren die nachfolgenden gewaltigen Wasser- und Schlammmassen, die sich über ganze Landstriche wälzten und alles, was sich ihnen in den Weg stellte, mit sich rissen: Menschen, Tiere, Häuser, Bauernhöfe, Autos, Straßen und sogar Brücken.

Madrid – Mindestens zehn Personen kamen ums Leben, fünf in Andalusien und weitere fünf in Murcia.

In Puerto Lumbreras, einem 18.000-Seelen-Dorf in Murcia, ereignete sich, was kurz darauf ganz Spanien erschütterte: Ein Anwohner sah, wie die Flut einen Mercedes mit sich riss, in dem ein ihm bekannter Großvater mit seinen beiden Enkelkindern saß. Ohne groß zu überlegen warf sich Juan Asensio in die Wassermassen. Es gelang ihm, den elfjährigen Jungen zu retten, doch er selbst, der Großvater und das neunjährige Mädchen starben in den Fluten.

In den folgenden Tagen suchten die Rettungskräfte verzweifelt nach drei Vermissten, darunter eine über 70-jährige Deutsche, deren Pkw abgetrieben und verlassen aufgefunden wurde.

Die Katastrophe an sich dauerte nur einen Tag, doch hinterließ unglaublichen Trauer und Verzweiflung.

Bereits am nächsten Tag machten sich die Rettungskräfte, die Feuerwehr, die Guardia Civil, die National- und Lokalpolizei der betroffenen Ortschaften und der Zivilschutz an die Aufräumarbeiten. Die Schlammflut war in Tausende Häuser, Gebäude und Bauernhöfe meterhoch eingedrungen, hatte viele Tiere getötet, und Straßen, Schienenwege und Brücken unbrauchbar gemacht bzw. mit sich gerissen.

Präsident Mariano Rajoy kündigte an, bei der Europäischen Union finanzielle Hilfe für die Katastrophengebiete zu erbitten.

Das staatliche Rückversicherungskonsortium (CCS) bezifferte in einer ersten Schätzung den Gesamtschaden auf circa 120 Millionen Euro bei rund 19.500 Schadensfällen.

In der Region Valencia sollen die Schäden über 62 Millionen Euro betragen; mindestens 5.000 Wohnhäuser, 1.200 Ladenlokale und Geschäftsbetriebe und 2.000 Fahrzeuge sind betroffen. In Ost-Andalusien, insbesondere Málaga und Almería, wurden die Schäden auf 42 Millionen Euro geschätzt (4.200 Wohnhäuser, 345 Ladenlokale und Geschäftsbetriebe, 910 Fahrzeuge). In Murcia, insbesondere Puerto Lumbreras, Lorca und Totana, wurde der Schaden vorerst auf 15 Millionen Euro beziffert (3.460 Wohnhäuser, 495 Lokale und Geschäfte, 405 Fahrzeuge sind betroffen).




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