Schützt eine hohe Dividendenrendite vor Verlusten?


Ein Artikel von Ottmar Beck (Alltrust AG)

In der ersten Jahreshälfte haben Hauptversammlungen wieder Hochsaison. Viele Aktiengesellschaften melden steigende Gewinne für 2007 und werden einen beträchtlichen Teil an ihre Aktionäre ausschütten. So stammen 40 Prozent des Anlageerfolges deutscher Aktien seit Einführung des Dax-Index aus den gezahlten Dividenden.

Im Investment­umfeld der letzten Jahre sind Aktien mit hoher Dividendenrendite gegenüber den gerade populären Kapitalanlageprodukten oder sogenannten Wachstumsaktien oftmals in den Hintergrund getreten. Aber eine Reihe von wissenschaftlichen Studien der Vergangenheit legen den Schluss nahe, dass die Dividendenrendite ein gewichtiger Faktor bei der Zusammenstellung eines Wertpapierportfolios sein sollte. Denn die Dividendenrendite übt langfristig einen signifikanten Einfluss auf den Gesamtertrag einer Aktieninvestition aus. Darüber hinaus sind Aktien, die eine hohe Dividende zahlen, widerstandsfähiger gegenüber allgemeinen Rückgängen des Aktienmarktes. Ferner vermindern in fallenden Märkten reinvestierte Dividenden den Zeitraum, um erlittene Kursverlus­te wieder wettzumachen.

Oft wird die Dividendenstrategie nach der Methode – sortiere die Aktien nach ihrer Dividendenrendite und kaufe diejenigen mit der höchsten Rendite – angewandt. So einfach geht es leider nicht, auch hier kommt die Arbeit vor dem Erfolg. Nehmen wir ein derzeit aktuelles Beispiel. Die Banken bieten zurzeit sehr hohe Dividendenrenditen. Aber es ist zweifelhaft, ob die Ausschüttungen in der Zukunft noch so hoch ausfallen wie in der Vergangenheit: Sinkende Gewinne bei gleicher Ausschüttungsquote führen zu einer niedrigeren Dividende pro Aktie. Einige Banken beschaffen sich derzeit zusätzliches Eigenkapital. Selbst wenn die Gewinne insgesamt gleich bleiben, führt dies zu einem „Verwässerungseffekt“. Extreme Vorsicht bei der Betrachtung und Beurteilung von Dividendenrenditen und KGVs, gerade jetzt und gerade bei Banken, ist angesagt. Falls die Gewinne nachhaltig zurückgehen, könnte eine Kürzung der Dividende ins Haus stehen.

Eine einfache Extrapolation von Vergangenheitswerten in die Zukunft kann leicht schief gehen.

Um zu beurteilen, ob auch künftig satte Gewinnausschüttungen zu erwarten sind, sollte der Anleger neben einer hohen Dividendenrendite darauf achten, ob das Unternehmen bisher eine stabile Ausschüttungspolitik verfolgt hat. Darüber hinaus sollte die Aktiengesellschaft nicht mehr als 60 Prozent des Gewinns für die Ausschüttung verwenden. Sonst ist die Firma bei einem Gewinnrückgang schnell gezwungen, die Dividende zu kürzen. Das Unternehmen sollte auch seine Dividenden in der Vergangenheit von Zeit zu Zeit erhöht haben. Denn steigende Dividenden weisen auf eine kontinuierliche Geschäftsentwicklung hin.

Wenn Sie in Dividendenwerte investieren möchten, stehen Ihnen eine ganze Reihe verschiedener Möglichkeiten offen:

1. „Stockpicking mit Einzel­aktien: Sie wählen die aussichtsreichsten Werte mit hoher Dividendenrendite aus. Hier handelt es sich sowohl um die anspruchsvollste als auch zeitaufwendigste Methode.

2. Mechanische Dividendenstrategie mit Einzelaktien: Hierbei wählen Sie anhand vorgegebener Auswahlkriterien je nach Strategie 3 bis 10 Einzelaktien aus einem Index aus und halten diese für jeweils ein Jahr.

3. Anlage per Index-Investment: Es existiert eine Reihe von Dividendenindizes, in denen Dividendenaktien zusammengefasst sind.

4. Investition in erfolgreiche Dividendenfonds: Eine breite Risikostreuung und wenig Zeitaufwand versprechen die aktiv gemanagten Dividendenfonds.

Welche Art der Anlage Ihnen am ehesten liegt, hängt davon ab, wie viel Zeit Sie in die Dividendenrendite-Strategie stecken wollen, welches Risiko Sie bereit sind einzugehen und vor allem – wie immer – wie diese Strategie mit welcher Größenordnung in Ihre gesamten Vermögensanlagen und Ihr Risikoverständnis passt.

Mehr Informationen?

Haben Sie Interesse? – Sie können bei Herrn Robert Burlon unter der Telefon-Nr.: 922-57 54 96 Näheres erfahren.




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