Schüler und Lehrer streiken gegen externe Prüfungen


Die Streikenden demonstrieren gegen die Umsetzung des Bildungsgesetzes LOMCE von 2013, u.a. gegen die Einführung externer Prüfungen. Foto: EFE

Hunderttausende demonstrierten spanienweit gegen die „Reválidas“ und die Umsetzung der umstrittenen Bildungsreform

Madrid – Am letzten Mittwoch im Oktober gingen Schüler, Lehrer und Eltern gegen die Einführung der landesweit einheitlichen Prüfungen zum Ende der 10. und der 12. Klasse auf die Straße. Die Etablierung der sogenannten „Reválidas“ stellt den letzten Schritt in der Umsetzung des im Jahr 2013 verabschiedeten Bildungsgesetzes LOMCE dar. Weitere Streiks sind angekündigt, für den Fall, dass die Regierung die externen Prüfungen für dieses Jahr nicht absagt.

In den Straßen der größten Provinz- und Regionalhauptstädte gab es Massenkundgebungen und Zehntausende Schüler gingen nicht zum Unterricht. Nach Angaben des Bildungsministeriums streikten 30 bis 40% der Schüler über 14 Jahre und 12% der Lehrer. Die Schüler-, Studenten- und Elternorganisationen, die den Streik ausgerufen hatten, sprachen dagegen von bis zu 90% der Schüler und 60% der Lehrer in Städten wie Madrid.

Gefordert wird von der kommenden Regierung, außer der Aussetzung der Reválidas, die Änderung des Bildungsgesetzes der PP und die Rücknahme der Kürzungen von neun Milliarden Euro im Bildungsbereich. Dieser Streik ist schon der 23. seit das LOMCE-Gesetz verabschiedet wurde.

Zu viel hängt von einer Prüfung ab

Die „Reválidas“ sind landesweit einheitliche Prüfungen, die, wenn alles nach Plan läuft, zum Ende des Schuljahres 2016/17 zum ersten Mal stattfinden werden. Sie müssen von den Schülern, die nach der zehnten Klasse die „Mittlere Reife“ erwerben sowie von den Abiturienten zum Abschluss der zweijährigen Oberstufe abgelegt werden. Das Bestehen der Prüfungen ist Voraussetzung, um den jeweiligen Abschluss zu erhalten, und ihr Ergebnis macht 40 bzw. 30% der Endnote aus.

Die Schüler-, Studenten- und Elternorganisationen kritisieren, dass die berufliche Zukunft der Schüler so in hohem Maße von einer einzigen Prüfung abhängen soll. Auf diese Weise würden Schüler aus einkommensschwachen Familien und solche mit Lernschwierigkeiten vom System abgehängt.




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