Schlechtester Januar auf dem Arbeitsmarkt der letzten sechs Jahre


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Knapp 205.000 Personen weniger waren im ersten Monat des neuen Jahres sozialversichert

Madrid – Wie üblich ist die Beschäftigung im Januar zurückgegangen, allerdings registrierte die Sozialversicherung dieses Mal mehr Abmeldungen als in den Januar-Monaten der letzten sechs Jahre. So sank die Zahl der Sozialversicherten um 204.865 auf 18.819.300. Die Arbeitsämter verzeichneten 83.646 mehr Arbeitslose als im Dezember, was ihre Zahl auf 3,3 Millionen erhöhte. Trotz der negativen Daten vom Januar fällt die allgemeine Tendenz positiv aus, denn im vergangenen Jahr ist die Zahl der Sozialversicherten um 3% angestiegen.

Das Ende der Weihnachtskampagne im Handel und der Rückgang des Konsums in Bars und Restaurants sowie die Beendigung vieler Arbeitsverhältnisse am Jahresende sorgen üblicherweise jedes Jahr für einen „Schwarzen Januar“ auf dem Arbeitsmarkt. Und so waren es auch die Sektoren Hotellerie und Handel, in denen die Sozialversicherung den stärksten Rückgang registrierte, nämlich um 44.505 bzw. 42.501. Doch auch im öffentlichen Sektor ging die Zahl der Sozialversicherten zurück, und zwar bei der öffentlichen Verwaltung und bei der Verteidigung, um 36.642 Personen. Das entspricht dem Sechsfachen der Zahl, die vor einem Jahr verzeichnet wurde. Im öffentlichen Gesundheitswesen wurden 10.074 weniger Sozialversicherte gezählt, während es noch ein Jahr zuvor 246 mehr waren. Einzig und allein im Immobiliensektor und in der Landwirtschaft gab es positive Zahlen.

Lässt man die Januar-Analyse außer Acht, gibt der Arbeitsmarkt Grund zum Optimismus. Innerhalb eines Jahres stieg die Zahl der Sozialversicherten um knapp 3%.

Beachtlich ist auch, dass die Ergebnisse der Umfrage der Aktiven Bevölkerung (EPA) weitaus positiver ausfielen, als die Bilanz der Sozialversicherung vom Januar. Das liegt zum einen daran, dass die letzte EPA das letzte Jahresquartal 2018 beleuchtet, die Daten der Sozialversicherung aber von Januar stammen. Außerdem basieren die Ergebnisse der Seguridad Social auf den Zahlen der Arbeitsämter, die nur die Arbeitslosen erfassen, die zur Meldung verpflichtet sind, also diejenigen, die eine Unterstützung beziehen und diejenigen, die aktiv eine Stelle suchen. Die EPA hingegen basiert auf Umfragen in den Haushalten.

In diesem Jahr werden der Arbeitsmarkt und seine Entwicklung voraussichtlich noch stärker beleuchtet werden als üblich, um festzustellen, ob sich die Anhebung des Mindestlohnes um 22,3% auf 900 Euro monatlich auf die Beschäftigung ausgewirkt hat.




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