Schlechte Noten für Politiker


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Die Spanier misstrauen der politischen Elite

Madrid – Eine von BBVA in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass die Spanier die Qualität der Demokratie nur mit 4,6 von 10 Punkten bewerten. Acht von zehn Spaniern vertreten die Meinung, die Politiker würden nur ihre eigenen Interessen verfolgen.

Die Umfrage wurde von Ipsos durchgeführt und basiert auf den Antworten von 1.500 Personen in jedem der fünf teilnehmenden Staaten (Deutschland, Spanien, Frankreich, Italien und Großbritannien).

Laut Rafael Pardo, Direktor der Stiftung BBVA, der die Ergebnisse der Studie Mitte September vorstellte, würden die Spanier nicht die Grundfeste der Demokratie oder ihre Institutionen infrage stellen, sondern vielmehr das Verhalten der politischen Elite kritisieren. Auf die Frage nach dem Vertrauen in die Politiker erhielten diese nur die Note 3,2 von 10. Die Spanier würden den Politikern aus zwei Gründen misstrauen: Wegen der zahlreichen Korruptionsfälle und wegen der anhaltenden negativen Auswirkungen der Wirtschaftskrise.

Das letzte Barometer des Zentrums für Soziologische Studien von Juli belegt, dass 38,1% der Bevölkerung die Politiker als eines der drei größten Probleme des Landes ansehen.

Insgesamt haben die Spanier ein geringeres politisches Interesse als andere europäische Bürger. Wenn 0 einem nicht vorhandenen Interesse und 10 einem vollkommenen Interesse für die Politik entspräche, erhielten die Spanier die Note 4,8 – die geringste der teilnehmenden Länder.

Hierzulande fühlen sich mehr Menschen der politischen Linken zugehörig (20%). Je höher der Bildungsgrad, umso stärker werden die sozialistischen Parteien unterstützt.

Die Spanier gehören zu den europäischen Bürgern, die sich besonders um den Klimawandel sorgen, der mit 8,6 von 10 als eines der schwerwiegendsten Probleme angesehen wird. 79% der Spanier führen die negativen Umweltauswirkungen auf menschliches Handeln zurück – mehr als in den anderen teilnehmenden Staaten.

In allen Ländern wird die Meinung vertreten, dass Menschen, die vor Krieg, Verfolgung und Armut flüchten, aufgenommen werden müssen. Auch hier in Spanien ist diese Meinung überwiegend vertreten.

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