Schatzamt ist mit dem Ergebnis zufrieden


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Staatsanleihen für über 12,5 Milliarden Euro verkauft

Trotz des dramatisch schwindenden Vertrauens in die Bonität des spanischen Staates ist es dem Schatzamt gelungen, in nur drei Tagen Staatsanleihen im Wert von 12,535 Milliarden Euro zu verkaufen, teilt die spanische Nationalbank „Banco de España“ mit.

Madrid – Die unvermutet große Nachfrage wird als Vertrauensbeweis in die „Solidität der Staatsfinanzen“ gewertet. Es war dies die erste Emission in Europa nach dem Bekanntwerden der griechi­schen Krise der Staatsfinanzen, und sie wurde daher mit Sorge beobachtet. Regierungspräsident José Luis Rodríguez Zapatero klopfte sich nach der gelungenen Neuverschuldung selbst erleichtert auf die Schulter und sagte dazu unter anderem: „Unsere Solvenz als Staat steht außer Frage“.

 Die Laufzeiten der Anleihen liegen zwischen 15 und 30 Jahren, und die Zinssätze betragen 4,65 % bzw. 4,81 %. Damit liegen sie um 0,82 % höher als entsprechende deutsche Papiere, was durch die Höherbewertung des Risikos bedingt ist. Obwohl Staatsanleihen noch immer als „sehr sichere“ Anlageform gelten, mehren sich doch die Zweifel, ob das auch in Zukunft noch gelten wird. Das wiederum zwingt das Schatzamt, seine Papiere mittels höherer Zinsen attraktiver zu machen.

Die meisten Käufe wurden von Großbanken wie Banco Santander, BBVA, Credit Agricole, HSBC oder Société Générale getätigt. Da diese Geldinstitute über großzügige staatliche Hilfen verfügen, die sie allerdings nur zögernd an die notleidende Wirtschaft in Form von Krediten weitergeben, verfügen sie über genügend Mittel, die sie dem Staat zur Verfügung stellen – selbstverständlich gegen Zinsen, die wiederum der Steuerzahler finanziert.

Wie das Wirtschafts- und Finanzministerium in Madrid bekanntgab, stieg die Staatsverschuldung nach der jüngsten Emission von Anleihen auf derzeit 553,5 Milliarden Euro und entspricht damit 55 % des Bruttosozialprodukts, obwohl, wenn alle Kosten der öffentlichen Verwaltung einbezogen werden, von 65,9 % ausgegangen werden muss.




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