Sánchez kritisiert die Großverteiler

Protest von Landwirten , die faire Preise fordern, am 13. Februar bei Antequera, Málaga Foto: EFE

GRAFAND5095. ANTEQUERA (MÁLAGA), 13/02/2020.- Agricultores durante la tractorada que han realizado hoy en la A-92 dirección Málaga convocada esta mañana por los sindicatos de ASAJA, COAG, UPA y Cooperativas-Agroalimentarias para revindicar el apoyo al sector primario.EFE/Jorge Zapata

Nach heftigen Protesten der Landwirte und Viehzüchter

Madrid – Nachdem Anfang Februar in verschiedenen spanischen Städten Landwirte und Viehzüchter auf die Straßen gegangen waren, um auf ihre heikle Situation aufmerksam zu machen, hat sich jetzt Regierungschef Pedro Sánchez zu den Protesten geäußert.
Sánchez übte heftige Kritik an den landwirtschaftlichen Großverteilern, die aufgrund ihres Preissystems Agrarprodukte zu einem viel höheren Preis verkauften, als dem, den sie den Landwirten dafür zahlten. „Es ist völlig offensichtlich, dass die verantwortlichen Unternehmen Selbstkritik üben müssen“, monierte Sánchez. Vonseiten des betroffenen Sektors verlautete hingegen, das Preissystem sei transparent und effizient, allerdings sei man bereit, dabei zu helfen, die Krise in den Griff zu bekommen.
Der Regierungschef ist hier jedoch anscheinend anderer Meinung. Für ihn scheint klar, dass die Undurchsichtigkeit bei der derzeitigen Preisbildung auf dem Sektor aufhören muss. „Wir müssen viel mehr Transparenz auf diesem Sektor einführen, um die kleinen bis mittleren landwirtschaftlichen Betriebe zu unterstützen, die derzeit machtlos mit ansehen müssen, wie die Preise mehr und mehr sinken, und das ist für diese Regierung inakzeptabel“, erklärte er wörtlich.
Damit ging der Regierungschef sogar noch einen Schritt weiter als sein Landwirtschaftsminister. Luis Planas hatte wenige Tage zuvor von einem „Preis- und Margenproblem“ gesprochen und die Vertriebsunternehmen dazu aufgefordert, als „Teil des Problems“ an dessen Lösung mitzuarbeiten.
Die Vereinigungen der großen Supermarktketten haben sich angesichts der immer heftiger werdenden Proteste der Landwirte inzwischen gezwungen gesehen, Stellung zu beziehen. „Die Preise für Frischware werden in Spanien auf effiziente Art und Weise festgelegt und unterliegen dem immensen Wettbewerb, der auf diesem Sektor herrscht“, erklärte Ignacio García Magarzo, Generaldirektor von Asedas, der Vereinigung, die Supermarktketten wie Mercadona, Dia oder AhorraMas (19.500 Läden insgesamt) vertritt. Er sei zwar bereit, gemeinsam mit der Regierung nach einer Lösung zu suchen, es gäbe jedoch Grenzen. Dem Verbraucher dürften möglicherweise steigende Preise jedenfalls nicht aufgelastet werden.
Er verstehe die Proteste der Landwirte und Viehzüchter, betonte jedoch auch, dass 80% der Produktion aus Landwirtschaft und Viehzucht ins Ausland exportiert werde, während 20% in Spanien bleibe. Nur ein Drittel davon werde in Supermärkten verkauft.

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