Ryanair stellt mehrere Routen in Spanien ein


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Als Antwort auf die Erhöhung der Flughafengebühren

Gesagt, getan. Die irische Billig-Airline Ryanair hat ihre Drohung vom November letzten Jahres wahr gemacht und die Zahl ihrer Flüge innerhalb Spaniens um 12 Prozent reduziert.

Madrid – Grund ist die Erhöhung der Flughafengebühren durch den staatlichen Flughafenbetreiber AENA im vergangenen und im laufenden Jahr. In einer Presseerklärung hat Ryan­air darauf hingewiesen, dass mit dieser Maßnahme der Verlust von 5.400 Arbeitsplätzen einhergehe.

Die irische Gesellschaft fliegt die Flughäfen in Asturien und im baskischen Bilbao nicht mehr an und reduziert ihre Verbindungen zu sämtlichen übrigen Destinationen in Spanien.

Wie Ryanair-Chef Michael O’Leary wissen ließ, werden die größten Streichungen von Flugverbindungen dort stattfinden, wo die Flughafengebühren am stärksten erhöht worden sind: Madrid-Barajas, Barcelona-El Prat, Sevilla und Valladolid. Die Einstellung der Flugrouten bedeutet nach Angaben der Gesellschaft, dass sich die Zahl der transportierten Passagiere 2013 um 5,4 Millionen auf 30,1 Millionen vermindern wird. Ryanair ist die Fluggesellschaft, die 2011 die meisten Gäste nach Spanien gebracht hat: Nach Angaben des Ministeriums für Transport, Tourismus und Inlandsentwicklung lag die Zahl bei 28,4 Millionen Passagieren. Erst auf Platz zwei landete Iberia mit 17,9 Millionen Fluggästen.

Robin Kiely, der Sprecher von Ryanair, erklärte in diesem Zusammenhang, der Verlust an Flugverbindungen und an Arbeitsplätzen sei nur noch dadurch zu verhindern, dass die Regierung die entsprechenden Maßnahmen ergreife, um den Tourismus-Sektor zu stimulieren und neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Ein Sprecher von AENA entgegnete, die geltende Normative erlaube es, die Gebühren bis zu 5% des Brutto-Inlandsproduktes zu erhöhen, wenn es erforderlich sei, Kosten zu decken. 2013 werde die Flughafenverwaltung nicht einmal genügend einnehmen, um 75% ihrer Kosten durch die Gebühren zu decken. Der Sprecher erinnerte daran, dass Spanien in den vergangenen 10 Jahren mehr als zehn Milliarden Euro in die Verbesserung der Flughäfen investiert habe und die Flughafengebühren nach wie vor unter dem europäischen Durchschnitt lägen.




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