Ryanair-Piloten verlangen Sicherheitskontrollen


Das Unternehmen bestreitet die Vorwürfe

67 Prozent der Piloten von Ryanair, die von ihrem Gewerkschaftsverband RPG befragt wurden, haben versichert, dass sie sich nicht wohlfühlen, wenn sie mit der Direktion der Gesellschaft Sicherheitsfragen über das interne Informationssystem erörtern.

Dublin – Der Verband der Piloten der Ryanair RPG, ist ebenso wie die übrigen Gewerkschaftsverbände nicht offiziell von der Gesellschaft anerkannt. Diese Information erschien vor einigen Tagen in der Zeitung „Financial Times“, die eine Studie mit mehr als tausend Piloten, etwa ein Drittel der Angestellten der irischen Fluggesellschaft, durchgeführt hat. Die Information der Zeitung besagt, dass 94 % des Flugpersonals der Meinung sind, dass die zuständigen Stellen untersuchen sollten, welchen Einfluss die Einstellungspraktiken des Unternehmens auf die Sicherheit haben.

Weiterhin habe die Befragung des Flugpersonals ergeben, dass die „Sicherheitskultur“ der Gesellschaft weder transparent noch offen sei. Diese Bewertung durch das eigene Personal hat Ryanair bestritten und darauf hingewiesen, dass sie über eine makellose Geschichte in Sachen Sicherheit verfüge.

Die Befragung wurde aufgrund einer Warnung des Chefpiloten der Gesellschaft, Ray Conway, vom April dieses Jahres durchgeführt, der darauf  hingewiesen hatte, dass alle Piloten ihre Entlassung riskieren, welche eine entsprechende Petition unterschreiben. Darin geht es um die Forderung nach einer unabhängigen Untersuchung der Einstellungspolitik des Unternehmens. Er erinnerte daran, dass Informationen über Zwischenfälle, welche die Sicherheit betreffen, den internen Protokollen der Gesellschaft folgend an die irischen Flugbehörden IAA zu richten seien.

Der Präsident der RPG, Evert van Zwol, hat seinerseits versichert, dass ein begründeter Verdacht bestehe, dass die Einstellungspraktiken der Fluggesellschaft die Flugsicherheit gefährden könnten und eine genaue Untersuchung angebracht sei.

„Die Mehrheit der Ryanair-Piloten wird nicht direkt verpflichtet, sondern über Agenturen vermittelt“, monierte van Zwol. Deren Unsicherheit im Zusammenhang mit den Arbeitsbedingungen, in denen ihnen keine bestimmte Zahl von Arbeitsstunden garantiert würde, sei enorm. Vielmehr erhielten die Angestellten von Ryanair eine Reihe von Prämien im Zusammenhang mit ihrer Produktivität.

Aus dem Jahresbericht von Ryanair ist dagegen zu entnehmen, dass die Piloten ein Limit von 900 Flugstunden leisten, wie es die Gesetzgebung Irlands vorschreibe.




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