Rückschlag für Ryanair


Gericht erklärt missbräuchliche Klauseln für nichtig

Die Verbraucherschützer und die Kunden wird das Urteil des Madrider Handelsgerichts Nr. 6 von Ende Oktober gefreut haben, denn der Vorsitzende Richter hat acht Klauseln für missbräuchlich und somit nichtig erklärt.

Madrid – Im Jahr 2011 hatte der Verbraucherschutzverband OCU den Prozess angestrengt und angezeigt, dass Ryanair 40 Euro für den Ausdruck der Bordkarte verlangt, Minderjährige, die nur das Familienbuch mit sich führen, nicht an Bord nimmt und sich das Recht vorbehält, die Flugzeiten zu ändern. Weiterhin gingen die Verbraucherschützer dagegen vor, dass Klagen gegen die Airline nur in Irland eingereicht und Zahlungen am Flughafen nur per Kreditkarte erfolgen dürften, neben anderen unzumutbaren Vorschriften.

Alle diese Praktiken wurden nun vom Richter als missbräuchlich eingestuft und für nichtig erklärt. In einer öffentlichen Mitteilung begrüßten die Verbraucherschützer von OCU das Urteil, äußerten jedoch ihre Zweifel an einer umgehenden Umsetzung seitens der irländischen Ryanair. Aufgrund dessen forderten sie die Behörden auf, „die schlechte Praxis dieser Airline zu kontrollieren und zu bestrafen“.

Ryanair will auf jeden Fall Einspruch einlegen mit der Begründung, die richterliche Schlussfolgerung sei fehlerhaft und mit dem Verbraucherschutzrecht unvereinbar, welches beispielsweise vorsehe, dass das irische Recht bei den entsprechenden Klauseln anwendbar sei.




Über Wochenblatt

Das Wochenblatt erscheint 14-tägig mit aktuellen Meldungen von den Kanaren und dem spanischen Festland. Das Wochenblatt gilt seit nunmehr 36 Jahren als unbestrittener Marktführer der deutschsprachigen Printmedien auf den Kanarischen Inseln.