Rückgang der Unternehmensgewinne mindert die Körperschaftssteuereinnahmen

María Jesús Montero. Foto: EFE

GRAF6397. MADRID, 25/02/2020.- La ministra de Hacienda y portavoz del Ejecutivo, María Jesús Montero, durante la rueda de prensa posterior a la reunión del Consejo de Ministros. EFE/Ballesteros

Schlechte Ergebnisse der IBEX 35-Firmen verursachen erstmals in 5 Jahren geringeres Steueraufkommen

Madrid ­– Die 35 wichtigsten spanischen Unternehmen, die im Aktienindex IBEX 35 zusammengefasst sind, haben das Geschäftsjahr 2019 mit schlechten Resultaten abgeschlossen. Für die sechs großen Banken verringerte sich der Gewinn durchschnittlich um 20%. Auch bei der Telefónica verschlechterte sich die Gewinn- und Verlustrechnung, und Repsol fuhr gar Millionenverluste ein.
Dies führt unmittelbar dazu, dass diese Unternehmen deutlich weniger Steuern zahlen. Bei den Einnahmen aus der Körperschaftssteuer (impuesto sobre sociedades), der drittgrößten Einnahmequelle der Staatskassen, war 2019 zum ersten Mal seit der wirtschaftlichen Erholung ab dem Jahr 2014 ein Rückgang zu verzeichnen.
Es sind nur einige der IBEX 35-Unternehmen von Verlusten betroffen, doch sind diese so groß, dass sich ihre Geschäftsergebnisse spürbar auf die Steuereinnahmen auswirken. Die großen Banken, Ernergie- und Telekommunikationsunternehmen hatten eine Verringerung ihrer Gewinne, manche sogar empfindliche Verluste zu verzeichnen.
Der spanische Energieriese Repsol schloss das Geschäftsjahr mit 3,8 Milliarden Euro Verlust ab. Das Unternehmen unter der Führung von Antonio Brufau bereinigte im Jahr 2019 seine Bilanz durch milliardenschwere Abschreibungen.
Bei dem Telekommunikationsgiganten Telefónica reduzierten sich die Gewinne um 65%. Die Ursache dafür liegt in seinem Stellenabbauplan, der ein freiwilliges Ausscheiden von rund 2.800 Mitarbeitern mit finanziellen Anreizen in Milliardenhöhe fördert. Auch die Banken BBVA (35% Gewinnmin- derung gegenüber 2018), Santander (17%), Caixabank (14%) und Bankia (23%) schrieben schlechtere Zahlen als im Vorjahr. Im Durchschnitt erwirtschafteten die Großbanken um 20% geringere Gewinne.
In der Folge lagen die Einnahmen aus der Körperschaftssteuer nicht, wie vom Finanzministerium erwartet, über der magischen Grenze von 25 Milliarden und bleiben somit auch weit unterhalb der historischen Höchstmarke von 44 Milliarden Euro, die im Jahr 2007, in der Hochzeit der Immobilienblase, erreicht wurde.

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