Rückblick


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Die wichtigste Nachricht vor 30 Jahren

Wie wir in unserer letzten Ausgabe bereits erwähnt haben, gleichen sich die Ereignisse, über die wir im Juni 1986 berichteten, nicht nur, was den Wahltermin und die vorausgegangene Wahlkampagne betrifft, der Aktualität von heute. Ein internationales Fußballspiel der spanischen Auswahl, das ausgerechnet am Wahlabend stattfand, hielt die Anhänger der Parteien von den Siegesfeiern auf den Straßen und Plätzen fern. Irgendwie hatte der Fußball den Politstars die Show gestohlen. Ähnliches könnte den Wahlkämpfern hier im Lande auch passieren. Nach den fruchtlosen Regierungsverhandlungen der vergangenen Monate werden sich die meisten Wähler lieber ein spannendes Fußballspiel ansehen als möglichen Wahlsiegern zuzujubeln. Am Wahlabend des 26. Juni findet ein Achtelfinal-Spiel statt, sollte Spanien da noch involviert sein, werden die Bürger einem spannenden Fußballspiel mit Sicherheit den Vorzug geben.

In unserer Ausgabe vom 4. Juli 1986 berichteten wir über den Ausgang der Wahlen vom 22. Juni, die den Sozialisten unter Felipe González erneut den Wahlsieg brachten, und über die Tatsache, dass ein spannendes Fußballmatch den Wahlsiegern sozusagen die Siegesfeier verhagelt hat. Übrigens konnte bei diesen Wahlen der liberale historische Politiker Adolfo Suárez mit seinem Demokratisch-Sozialen Zentrum CDS die Zahl der Parlamentssitze von zwei auf 19 steigern.

Die Nachricht:

Es war keine rauschende Wahlnacht – König Fußball stahl der Politik de Show

Die Sozialisten sind  zum zweiten Mal mit absoluter Mehrheit aus den Wahlen hervorgegangen. Sie konnten am 22. Juni, wenn auch mit einem gewissen Stimmenverlust, mit 184 Sitzen erneut die absolute Parlamentsmehrheit erringen. Die rechte Opposition Coalición Popular hat praktisch ihr Wahlergebnis von 1982 wiederholt und stellt 105 Abgeordnete. Der große Aufsteiger ist Adolfo Suárez, dessen Partei CDS von zwei Abgeordneten auf neunzehn angewachsen ist. Miquel Roca erreicht mit seiner Demokratischen Reformpartei nicht einen einzigen Sitz und gibt sich selbst die Schuld für diesen Misserfolg. Die Kommunisten erreichten nur 4,61 Prozent und können daher keine eigene Fraktion bilden.




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