Rückblick


Die wichtigste Nachricht vor 30 Jahren

Streiks waren auch vor dreißig Jahren schon ein probates Mittel, um Forderungen jeglicher Art durchzusetzen. Und je näher die Streiks an Feiertage oder Ferienbeginn rücken, umso schmerzhafter sind die Folgen für Feriengebiete wie die Kanarischen Inseln. So waren Streiks der Hotelangestellten aber ganz besonders des Personals der Fluggesellschaften und der Flughäfen auch in den Achtzigerjahren schon ein Albtraum für die kanarischen Hoteliers. Auch damals reisten weit mehr als neunzig Prozent aller Urlaubsgäste mit dem Flugzeug an.

Am 15.11.1985 ging es in unserer Zeitung um einen Streik der Fluglotsen in Madrid und auf den Kanarischen Inseln. Sie wollten mit diesem Streik nicht nur ihre Forderungen nach mehr Gehalt, sondern auch für bessere technische Einrichtungen durchsetzen. Da die Fluglotsen ihre Arbeit nicht niederlegen konnten, sondern einen gesetzlich festgelegten Mindestdienst leisten mussten, riefen sie einen Bummelstreik aus. Bis in die späte Nacht hatten Verhandlungen stattgefunden, um den Streik zu verhindern, doch alle Versuche waren vergeblich.

Die Nachricht:

Kanarische und Madrider Fluglotsen im Bummelstreik

Bereits am 13. November traten die Fluglotsen von Madrid und von den Kanaren punkt 00 Uhr in den Streik. In Madrid saßen bereits gegen Mittag 25 Flugzeuge aus Europa mit Ziel Kanarische Inseln fest. 

Das Transportministerium gab bekannt, dass 50% der Linienflüge und sämtliche Post- und Frachtflüge von verderblichen Waren durchgeführt werden müssen. Iberia und Aviaco stornierten bereits am ersten Streiktag 56 Flüge. Für den folgenden Tag, den 14. November, wurde die Stornierung von weiteren 54 Inlands- und zehn Auslandsflügen angekündigt. Besonders betroffen auf dem spanischen Festland ist die Luftbrücke Madrid-Barcelona. Die Verwaltung erklärte, sie habe eine 11-prozentige Lohnerhöhung angeboten, während die Vertreter der Fluglotsen das verneinten. Ein konkretes Angebot sei überhaupt nicht unterbreitet worden. Die Rede sei von 4,5% gewesen, was eine monatliche Gehaltsaufbesserung von rund 2.000 Peseten (heute 12 Euro) bedeuten würde.




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