Rückblick


Die wichtigste Nachricht vor 30 Jahren

In unserer Ausgabe vom 5. April 1985 berichteten wir darüber, dass es nach einer nächtlichen Marathonsitzung endlich zu einer Einigung kam. Acht Jahre hatten die Beitrittsverhandlungen zwischen den Brüsseler Behörden auf der einen und Spanien und Portugal auf der anderen Seite gedauert, die endlich zum Abschluss gebracht werden konnte. Offenbar waren schon damals nächtliche Sitzungen in Brüssel üblich, denn wie den Berichten zu entnehmen ist, war die Einigung zwischen den Delegationen schließlich morgens um drei Uhr erreicht. Der spanische Verhandlungspartner Manuel Martín gab aus Brüssel die Parole aus: „Es müssen in allen Bereichen der spanischen Wirtschaft entsprechende Schritte eingeleitet werden. Wir dürfen keinen Tag verlieren!“

Die Verhandlungen über den Beitritt Spaniens zur Europäischen Gemeinschaft haben die Öffentlichkeit und die Medien ganz besonders in den Jahren 1984 und 1985 beschäftigt. Insbesondere über die Bedingungen für den Sonderstatus der Kanarischen Inseln, mit vielen speziellen Wünschen der Canarios, wurde heiß diskutiert und die Gespräche auf den Inseln mit großem Interesse verfolgt. In den letzten Märztagen kam es schließlich zu einer Einigung, die offensichtlich alle Seiten zufriedenstellte, und der Beitrittstermin wurde auf den 1. Januar 1986 festgelegt.

Die nächtliche Einigung brachte die Wende

Jubel in Spanien: „Jetzt sind wir in der EG“

Nach acht Jahren zermürbender Verhandlungen konnte in der Nacht vom 28. auf den 29. März in Brüssel eine Einigung der Außenminister über den Beitritt Spaniens und Portugals zur EG erzielt werden. 

Probleme gibt es nur noch mit Griechenland. Premierminister Papandreu macht seine Zustimmung von einem Sonderprogramm abhängig, durch das die wirtschaftlichen Nachteile des Beitritts  ausgeglichen werden.

Nach den eigentlichen Verhandlungen, die bis Mitternacht gedauert hatten, begannen die abschließenden Gespräche mit der spanischen und der portugiesischen Delegation, die erst nach drei Uhr morgens ihr Einverständnis mit den zuletzt genannten Bedingungen der Zehn erklärten. Allerdings müssen noch einige verbliebene Detailfragen in den kommenden Wochen geklärt werden.

Obwohl Spaniens Oppositionschef Fraga Iribarne fatalistisch erklärte: „Dies ist nicht ein Augenblick, der mit Champagner gefeiert werden sollte“, knallten in Brüssel die Sektkorken. Die Delegationen feierten zu nächtlicher Stunde das Ende der bisher schwierigsten Beitrittsverhandlungen zur EG mit Champagner und Umarmungen. Der spanische Außenminister Morán: „Dieser Beitrittsvertrag bedeutet für Spanien das Ende einer historischen Frustration und das Ende eines Minderwertigkeitskomplexes.“




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