Rote Karte für die Großen


In einer Umfrage straften potenzielle Teilnehmer der Europawahl 2014 die PP und die PSOE ab

Die Europawahl gilt – weil sich daraus keine unmittelbaren Konsequenzen für den einzelnen Menschen ergeben – als Barometer für die Zufriedenheit der Bürger mit ihren Landesparteien.

Madrid – Mit dem Blick auf die Europawahl Ende Mai 2014 und mit diesem Hintergrund ließ die Tageszeitung El País nun eine Meinungsumfrage von „Metroscopia“ durchführen – mit überraschenden Ergebnissen.

Wenn die Wahl jetzt stattgefunden hätte, würde die in Madrid regierende Partido Popular (PP) die größte Oppositionspartei Partido Socialista Obrero Español (PSOE) nur um 1% schlagen, was praktisch einem Gleichstand entspricht.

Hervorzuheben ist weiterhin, dass beide Parteien zusammen nicht mehr 81% der Stimmen, wie bei der letzten Europawahl 2009, sondern nur noch 57% der Stimmen bekommen würden. Zum einen sind die großen Parteien in der Wählergunst enorm abgerutscht – die PP um 13%, die PSOE um 11% –, zum anderen haben die kleinen Parteien enorm aufgeholt. Allen voran die Linkspartei Izquierda Unida (IU) und die linksliberale Unión Progreso y Democracia (UPyD), die sich von 4% im Jahr 2009 auf 14% bzw. von 3% auf 8% verbessern konnten.

Die Meinungsumfrage wurde über einen Zeitraum von sechs Wochen erhoben, folglich spiegelt sie keine spontane Reaktion der Wähler auf ein bestimmtes politisches Ereignis wider sondern deren Zufriedenheit mit den Parteien.

Der Meinungsumfrage zufolge könnte die PP übrigens lediglich 18 Sitze, die PSOE 17, IU 9 und UPyD 5 Sitze im Europaparlament erhalten.




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