Rentner leisten 400 Mio. Euro jährlich an Zuzahlung zu Arzneikosten


Die 8,5 Millionen Rentner in Spanien bringen pro Kopf durchschnittlich 47 Euro jährlich bzw. 4 Euro monatlich für ihre Arzneimittel auf. Foto: EFE

Diese Beteiligungspflicht wurde 2012 eingeführt

Madrid – Der Dachverband der pharmazeutischen Unternehmen Spaniens (FEFE) hat ermittelt, dass die Rentner im Rahmen der Zuzahlungspflicht für die im öffentlichen Gesundheitswesen verschriebenen Medikamente jährlich 400 Millionen Euro ausgeben.

Der Verband FEFE stützt sich auf die Rezeptdaten, denn die Rezepte der Rentner haben einen Code mit der Info über die Zuzahlung, die sie leisten müssen.

2012 wurde die Zuzahlungspflicht für im öffentlichen Gesundheitswesen verschriebene Medikamente eingeführt, die bis dahin für Rentner vollkommen kostenlos waren. Bei den Rentnern wurden vier Einkommensstufen festgelegt, nach denen der zu leistende Anteil an den Medikamentenkosten und der monatliche Höchstbetrag individuell festgelegt wurden: Bei Bezug der Minimalrente gibt es keine Zuzahlung, bei einem Jahreseinkommen bis zu 100.000 Euro beträgt der Anteil 10% und der monatliche Höchstbetrag 8 Euro (ab 18.000 Euro sind es 18 Euro), bei einem höheren Jahreseinkommen 60% und maximal 60 Euro.

Der Verband geht davon aus, dass die von den Rentnern geleisteten Zuzahlungen etwa 4% der regionalen Etats für die in Apotheken ausgegebenen Medikamente abdecken.

Die Beiträge der Rentner zu den Arzneimittelkosten sind über die Jahre hinweg relativ gleichgeblieben. Das liegt daran, dass es bei der Anzahl der Rentner kaum Schwankungen gibt und die Renten in den vergangenen Jahren nur minimal angehoben wurden.

Die Senioren haben in den vergangenen Jahren erlebt, wie die Preise stiegen und sie auch noch einen Teil ihrer Medikamente selbst zahlen mussten, während ihre Einkommen praktisch gleichblieben. Das hatte eine Verringerung der Kaufkraft bei dieser Bevölkerungsgruppe zur Folge.

Nach den Berechnungen von FEFE bringen die 8,5 Millionen Rentner in Spanien pro Kopf durchschnittlich 47 Euro jährlich bzw. 4 Euro monatlich für ihre Arzneimittel auf.

Hinzu kommen die knapp eine Million ehemalige Beamte deren Gesundheitsversorgung der Institution Muface obliegt. Bei Muface beläuft sich die Medikamentenzuzahlung grundsätzlich auf 30%.

Um sich eine Vorstellung von den Auswirkungen der 2012 eingeführten Medikamentenzuzahlung machen zu können, hat der Dachverband ausgerechnet, dass im ersten Jahr die Kosten der in den Apotheken ausgegebenen Medikamente um 600.000 Euro zurückgegangen sind, wovon zwei Drittel auf die Rentner entfallen.

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