Rentner büßen Kaufkraft ein


Vertreter der Union der Rentner und Pensionäre brachte der Regierung in Madrid in diesem Jahr „Kohle“ – das Equivalent zur „Rute“ – zu Weihnachten. Foto: EFE

In diesem Jahr wird die Inflationsrate weiter steigen

Madrid – Zum ersten Mal, seitdem die Renten 2012 von der Inflationsrate abgekoppelt wurden, haben die 8,6 Millionen Rentner im vergangenen Jahr an Kaufkraft verloren. Das Jahr 2016 schloss mit einer Inflationsrate von 1,5% ab, während die Renten im vergangenen Jahr nur um das gesetzliche Minimum von 0,25% aufgestockt wurden.

Zu Jahresanfang hatte das Nationale Statistikinstitut (INE) noch einen Rückgang des Preisindexes, beispielsweise im April um 1,1%, verzeichnet. Doch insbesondere wegen der Verteuerung von Kraftstoffen und Strom zog der Lebenshaltungskosten-Index in der zweiten Jahreshälfte erheblich an, um im Dezember mit  plus 1,5% im Vergleich zum Vorjahresmonat abzuschließen.

Für die Bezieher der maximalen Rente von 2.567 Euro bedeutete diese Inflationsrate zum Jahresende eine Einbuße der Kaufkraft von 32 Euro. Bei Bezug der minimalen Rente von 636 Euro standen den Berechtigten knapp 8 Euro weniger zur Verfügung.

Auch die Beamten, deren Gehalt immerhin um 1% erhöht worden war, büßten 0,5% ihrer Kaufkraft ein. Zwar hatte der Rahmenpakt für Arbeit für Angestellte eine Lohnerhöhung von 1,5% vorgesehen, doch am Ende wurden bei den Tarifverhandlungen nur 1,08% erreicht. Daher konnten auch die Angestellten mit ihrer Gehaltserhöhung nicht die Verteuerung des Warenkorbes ausgleichen.

Die Experten gehen davon aus, dass sich in diesem Jahr die Situation verschärfen wird. Alles deutet darauf hin, dass der Ölpreis weiter steigen wird. Die spanische Nationalbank rechnet mit einer Inflation von bis zu 2%.

Trotz dieser Prognosen hat die Regierung angekündigt, die Renten erneut nur um 0,25% anzuheben. Das hat zur Folge, dass auch in diesem Jahr die Kaufkraft der Rentner weiter geschwächt wird.




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