Rekordgewinn im Krisenjahr


Dem Familienunternehmen des Expräsidenten Aznar geht es blendend:

Das Familienunternehmen des Expräsidenten José Maria Aznar hat es verstanden, die Wirtschaftskrise bestens zu meistern. Famaztella (Zusammenfassung von Familia Aznar und Botella) konnte das Geschäftsjahr 2009 mit einem Rekordgewinn von 445.417 Euro abschließen.

Madrid – Das geht aus der Jahresbilanz hervor, die im Handelsregister von Madrid hinterlegt wurde und bedeutet eine Gewinnsteigerung von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Kleinunternehmen Famaztella verzeichnete einen Umsatz von 620.732 Euro, 13% mehr als 2008. Das Unternehmen beschäftigt sich mit der Nutzung der Rechte intellektuellen Eigentums in seinen sämtlichen Facetten, wie die Autorenrechte der Bücher, Vorträge und Lehraufträge Aznars. Allerdings sind der Jahresbilanz in dieser Hinsicht keinerlei Details zu entnehmen.

Bei einer derartigen Aktivität sind die Kosten naturgemäß relativ gering. An Personalkosten sind 10.537 Euro angefallen und an sonstigen Serviceleistungen 2.959 Euro, so dass sich das Unternehmen über eine Rentabilität von 98% seines Umsatzes freuen kann. Nach Abzug der Gesellschaftssteuer in Höhe von 140.458 Euro verbleibt ein Nettogewinn von 445.417 Euro.

Anzar gründete Famaztella SL (GmbH) mit einem Gesellschaftskapital von dreitausend Euro im Mai 2004, nur wenige Tage nachdem er seinen Stuhl als spanischer Regierungschef geräumt hatte. Seitdem haben sich Umsatz und Gewinn von Jahr zu Jahr erhöht. Ende 2009, also nach fünfeinhalb Jahren, betrug das Firmenkapital 1,6 Millionen Euro.

Die Gesellschaft Famztella SL verabschiedete ihre Jahresbilanz im Rahmen der Aktionärsversammlung am 30. Juni 2010 in ihren Geschäftsräumen in Madrid. Dabei fungierte José Maria Aznar als Präsident und seine Frau Ana Botella als Sekretärin. Die Bilanz weist 310.772 Euro in Bar- und Bankguthaben aus, 917.000 in langfristigen und 458.000 Euro in kurzfristigen Anlagen.

Der Exregierungschef ist seit 2006 auch Berater bei der News Corporation, die vom Medienmagnaten Rupert Murdoch kontrolliert wird. Für das Geschäftsjahr, das im Juni 2010 endete, erhielt er 220.000 Dollar, etwa 160.000 Euro, und zwar 100.000 Dollar als Auszahlung und 120.000 Dollar in Form von Aktien.

Trotzdem ist Aznar der schlechtbezahlteste der zwölf Berater der News Corporation.




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