Regierung erleichtert die Formalitäten


Wer stundenweise arbeitet, kann sich selbst versichern

Hausangestellte, die stundenweise arbeiten und meist gleichzeitig mehrere Arbeitsstellen haben, können jetzt selbst die Formalitäten für die Anmeldung bei der Sozialversicherung erledigen.

Madrid – Das sieht ein Dekret vor, welches die Regierung zum Jahresende verabschiedet hat. Ziel ist, den Personen, welche die Dienste von Haushaltshilfen in Anspruch nehmen, die Anmeldungen zu erleichtern und damit mehr Beitragszahler zu gewinnen.

Die neuen Bestimmungen für Haushaltshilfen, die im vergangenen Jahr in Kraft getreten sind, sehen bestimmte Regeln für weibliche Hilfskräfte, die weniger als 60 Stun­­den monatlich in einem Haushalt arbeiten, vor. In diesen Fällen waren es die Arbeitgeber, welche für die An- und Abmeldungen, Änderungen und die Zahlung  der Beiträge an die Sozialversicherung verantwortlich waren. Das Arbeitsministerium ist der Meinung, dass diese Vorschrift dazu geführt hat, dass Arbeitgeber, insbesondere ältere Menschen oder Personen mit eingeschränkter Mobilität ihre Haushaltshilfen nicht angemeldet haben, weil ihnen der Papierkrieg zu kompliziert war, vor allem, wenn die betreffenden Personen nur wenige Wochenstunden in ihrem Haushalt tätig waren.

Um die Zahl der Beitragszahler zu erhöhen, kann, wenn sich beide Parteien einig sind, die Haushaltshilfe selbst ihre Anmeldung durchführen und im Namen ihres Arbeitsgebers den Beitrag für die Versicherung entrichten. Bei Zahlungsverzug oder sonstigen Unregelmäßigkeiten ist jedoch der Arbeitgeber verantwortlich. Er muss die Belege aufbewahren, um nachweisen zu können, dass er seiner Hausangestellten die Beiträge zur Sozialversicherung vergütet hat.

Als Begründung für die Änderung der Vorschriften gab das Arbeitsministerium an, dass wegen der Probleme im Anmeldesystem ein erheblicher Rückgang der Beitragszahlungen in Höhe von 63 Millionen Euro zu verzeichnen war. Dabei ging es offenbar um eine Verringerung der Berechnungsbasis um 30%, die nicht durch die Neuanmeldungen ausgeglichen wurde, welche sich von 213.797 im Juni auf 414.424 Beitragszahler im Dezember erhöht hat.

Die Gewerkschaft Comisiones Obreras kritisierte die vorgenomme Änderung der Vorschriften, welche den Arbeitskräften die Verpflichtungen ihrer Arbeitgeber auferlegen will, wie die Anmeldung bei der Sozialversicherung und die Zahlung des kompletten Beitrags. Für den Gewerkschaftsbund ist Integrierung der Haushaltshilfen auf Stundenbasis in die Sozialversicherung jedoch ein Erfolg.




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