Rauchen nur noch draußen


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Ab dem 2. Januar

Am 2. Januar tritt das neue Anti-Tabakgesetz in Kraft und wird Raucher in die eigenen vier Wände oder an die frische Luft verbannen, denn das Gesetz verbietet das Rauchen in allen öffentlichen Räumen. Weder in Gebäuden der Verwaltung noch am Arbeitsplatz, in Restaurants oder Bars darf eine Zigarette angesteckt werden.

Madrid – Auf Kinderspielplätzen und dem Gelände von Gesundheitszentren (Krankenhäusern etc.) wird selbst das Rauchen unter freiem Himmel verboten. Geraucht werden darf unter bestimmten Voraussetzungen nur in Gefängnissen, psychiatrischen Anstalten, Raucherclubs (denen verboten ist, Nahrungsmittel und Getränke zu verkaufen) und in den speziellen Raucherzimmern der Hotels.

Weniger als zwei Wochen währte die Hoffnung, das Projekt des Anti-Tabakgesetzes zu entschärfen und den Bars und Restaurants die Möglichkeit zu bieten, dreißig Prozent ihrer Räumlichkeiten für die Raucher zu reservieren. Der Senat lehnte vor einigen Tagen einen entsprechenden Änderungsantrag der konservativen Opposition ab. Jetzt bleibt nur noch die Option, Raucherräume in Casinos, Bingo- und Festsälen einzurichten. Doch dafür muss der Gesetzesentwurf an das Parlament zurückgehen, wo er jedoch geringe Chancen hat, verabschiedet zu werden.

Wie die sozialistische Senatorin Cristina Maestre in diesem Zusammenhang mitteilte, existiert ein Pakt, der von der Mehrheit des Parlaments unterstützt wird und der vorsieht, dass eine „Aufweichung“ verhindert und die restriktivste Version des neuen Gesetzes verabschiedet wird. Mit der Unterstützung der Sozialisten soll jedoch durchgesetzt werden, dass in den Verkaufsläden an Tankstellen weiterhin Tabakwaren verkauft werden dürfen, was von der Kanarischen Koalition CC jedoch mit Missfallen betrachtet wird.

PP hegt Zweifel an der Wirksamkeit des Gesetzes

Die neue Gesundheitsministerin, Leire Pajín, lobte die ernsthafte und rigorose Arbeit der Parlamentsgruppen, welche diese Gesetzesvorlage entwickelt haben. „Damit machen wir einen gewaltigen Schritt nach vorne in der öffentlichen Gesundheit dieses Landes“, sagte sie wörtlich. Die PP-Senatorin Dolores Pan kritisierte, dass keinerlei staatliche Maßnahmen gegen die Nikotin-Sucht in dem Gesetz enthalten sind und dass Therapien zur Raucherentwöhnung öffentlich finanziert werden müssten. Angesichts dieser Mängel sei zu bezweifeln, ob die Zielsetzung, mehr Gesundheit in der Bevölkerung zu schaffen, mit diesem Gesetz erreicht werden könne.

Die beiden großen Gewerkschaftsverbände UGT und CCOO haben vor einigen Tagen eine Studie veröffentlicht aus der hervorgeht, dass mehr als die Hälfte der Angestellten in Bars und Restaurantbetrieben in denen das Rauchen erlaubt ist, Anzeichen von Erkrankungen der Atmungsorgane aufweisen.




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