Protest mit Menschenkette am Mar Menor

Eine 73 Kilometer lange Menschenkette als Protest gegen die Umweltkatastrophe. FOTO: EFE

Eine 73 Kilometer lange Menschenkette als Protest gegen die Umweltkatastrophe. FOTO: EFE

70.000 Menschen protestieren gegen die Umweltpolitik der Regierung

Murcia – Das Mar Menor, das „Kleine Meer“, befindet sich im Südosten Spaniens und ist die größte Salzwasserlagune Eu­ropas. Rund 70.000 Menschen bildeten kürzlich eine Menschenkette entlang der 73 Kilometer langen Küste, um gegen die Umweltkatastrophe zu protestieren, die schon seit Jahren im Gange ist. In den letzten Tagen ereignete sich eine neue Krise, die zum Sterben Tausender Fische aufgrund von Sauerstoffmangel geführt hat. Bislang wurden zwischen vier und fünf Tonnen toter Fische an die Küste gespült. Der Grund dafür ist die große Menge an Nitrat, das als Düngemittel in der Landwirtschaft verwendet wird. Das Nitrat gelangt in die 170 Quadratkilometer große Salzwasserlagune und verringert bzw. zerstört den Sauerstoffgehalt des Wassers. Unter dem Motto: „Lasst uns das Mar Menor umarmen“ versammelten sich die Teilnehmer dieser Protestaktion. Damit setzten sie ein Zeichen der Trauer um die Salzlagune, die dem Untergang geweiht ist, wenn keine dringenden Maßnahmen ergriffen werden. Gemäß Jesús Cutillas, dem Sprecher der Umweltgruppe „Umarmen wir das Mar Menor“, wollten sich die Teilnehmer in Würde von den vielen verendeten Tieren verabschieden und legten eine Schweigeminute ein.

Umweltorganisationen machen Druck

Jesús Cutillas betonte, dass die Wissenschaftler seit Langem vor dieser Entwicklung gewarnt hätten. Das Problem des Mar Menor sei die massive und ständige Einbringung von Nitrat durch die Landwirtschaft. Die einzige Lösung bestehe darin, den Eintritt dieses Giftes zu verhindern. Die Umweltorganisation „Diosa Maat“ schloss sich dem Protest an, da sie seit Jahren gegen die Situation in dem Gebiet protestiert. Die Organisation wies auf die Ursachen der Katastrophe hin: der Prozess der Eutrophierung, der seit mehreren Jahren aufgrund der Zufuhr von Düngemitteln industriellen Ursprungs im Gange ist.

Durch die industrielle Landwirtschaft in der Region gelangt immer wieder düngemittelhaltiger Schlamm in die Salzlagune, und die Nitrate sorgen dafür, dass sich Algen massiv ausbreiteten und anderen Pflanzenarten, Fischen und Kleinlebewesen den Sauerstoff wegnehmen. Dazu kommen die hohen Temperaturen, die die Eutrophierung beschleunigen. In den Sommermonaten stiegen die Temperaturen in der Region auf über 40 Grad.
Die Umweltorganisation „Ecologistas en acción“, sowie die Plattform SOS Mar Menor haben sich mit ihren Protesten an die Ministerin für ökologischen Wandel, Teresa Ribera, gewandt. Sie verlangen das sofortige Eingreifen und das Verbot jeglicher illegaler Bewässerung sowie die Einrichtung eines grünen Rings ohne Düngemittel als Schutz für das Mar Menor.

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