Protest gegen Macro-Hotel auf Mallorca


© GOB Mallorca

Tausende bildeten eine Menschenkette

Mehrere Tausend Personen, zwischen sechs- und achttausend nach Angaben der Veranstalter, standen am letzten Aprilwochenende im Sand des Naturstrandes von Sa Ràpita auf Mallorca und reichten sich die Hände zu einer riesigen Menschenkette.

Palma de Mallorca – Die Ökologen, die zu dieser Protestaktion aufgerufen hatten, erwarteten etwa 1.500 Teilnehmer und waren von der riesigen Resonanz überrascht. Der Protest richtet sich gegen den Bau eines „Macro-Hotels“ beim Mirador von El Trenc in Campos, direkt bei einem unberührten Sandstrand in einem geschützten Naturgebiet.

Der Urbanisierungsplan der konservativen Regierung, der auch von der Linken unterstützt wird, nachdem ein Gerichtsurteil die Bebauung erlaubte, hat international ein negatives Echo ausgelöst.

Die Stadtpolizei hatte es aufgegeben, die ungezählten falsch geparkten Autos anzuzeigen, welche die Zugänge komplett blockierten. Noch niemals kamen derart viele Menschen an die Strände von San Ràpita-Ses, Covetes-Es Trenc, um an einer privaten Protestaktion zum Schutz von Naturzonen teilzunehmen. Bereits vor 34 Jahren hatte die Bürgerinitiative „Salvem Es Trenc“ den Schutz der Zone erzwungen, doch damals fanden die Proteste in der Inselhauptstadt Palma de Mallorca statt.

Sechzig Prozent der Wähler der Gemeinde Campos unterstützen die Urbanisierungspläne beim Naturstrand, der ihren Ort weltweit bekannt gemacht hat, weil sie sich gute Geschäfte versprechen.

Die Pläne für das Macro-Hotel werden von der Regierung der Balearen (PP) gefördert und versprechen eine theoretische Investition von 120 Millionen Euro und etwa 300 Arbeitsplätze. Die Anlage ist mit 1.200 Hotelbetten und einem Golfplatz geplant. Das Luxusresort grenzt direkt an die Naturschutzzone mit ihren unberührten Stränden. Diese Zone mit 1400 Hektar wurde 1984 als nicht urbanisierbar eingestuft.

Biel Company, Leiter des Umweltamtes der Balearen (PP), erklärte den Medien, die Proteste hätten weder Sinn noch Inhalt, denn das geplante Hotel berühre nicht die geschützten Gebiete. „Company war früher Umweltaktivist des Verbandes der Landwirte Asaga und organisierte sogar Protestaktionen mit Traktoren gegen Bebauungspläne der damaligen linksgerichteten Regierung“, erklärte ein Sprecher des Ornithologenverbandes der Balearen (GOB Mallorca), der zu dem Bürgerprotest aufgerufen hatte.

Zahlreiche prominente Vertreter der Oppositionsparteien der Balearen nahmen an der Kundgebung teil. Ein Sprecher erklärte, der Bau des Hotels sei ein absoluter Irrsinn.




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