Prestige-Wrack verliert weiter Öl


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Die Risse in dem 2002 gesunkenen Öltanker konnten nicht völlig versiegelt werden

Erstmals hat die Regierung jetzt in einer offiziellen Mitteilung zugegeben, dass es dem Ölkonzern Repsol 2003 nicht gänzlich gelungen war, alle Risse am Rumpf des am 19. November 2002 vor der galicischen Küste gesunkenen Öltankers Prestige zu schließen.

Santiago de Compostela – Die Aktion, die rund 109 Millionen Euro kostete und verhindern sollte, dass das in den Tanks des Wracks verbliebene Öl langsam ausläuft, konnte nicht vollständig durchgeführt werden, weil „es einfach unmöglich war“ einen der Risse zu versiegeln. Seitdem ergießen sich mindestens 20 Liter Schweröl am Tag in den Ozean, heißt es weiter.

Der Ministerrat hat nun vereinbart, dass Repsol erneut damit beauftragt werden soll, die Lage zu überprüfen. Bereits im Juni werden Repsol-Fachkräfte sich erneut „vor Ort“ ein Bild von der Lage machen und nach einer möglichen Lösung suchen. Für diese erneute Maßnahme wurden weitere drei Millionen Euro freigegeben. Insgesamt hat der Untergang des griechischen Öltankers Spanien bereits 830 Millionen Euro gekostet.

Umweltkatastrophe

Die Prestige war im November 2002 vor der galicischen Küste havariert. Die damalige konservative Regierung unter José María Aznar entschied entgegen zahlreicher Expertenmeinungen, den Tanker aufs offene Meer zu schleppen, anstatt ihn in einen Hafen zu bringen, wo das geladene Schweröl hätte abgepumpt werden können.

Nach mehreren Tagen Irrfahrt brach der Tanker am 19. November auseinander und sank. Vorher hatte das bereits ausgelaufene Öl jedoch für eine der größten Umweltkatastrophen an der nordspanischen Küste gesorgt, deren Folgen bis heute zu spüren sind.




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