Preiskrieg nach Antitabak-Gesetz


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Philip Morris senkt die Zigarettenpreise und bringt Altadis ins Schleudern

Was verschiedentlich schon prophezeit wurde ist nun tatsächlich eingetroffen: Auf dem spanischen Tabaksektor ist nach Eintreten des Antitabak-Gesetzes und der Entscheidung der Regierung, die Tabaksteuer zu erhöhen, ein Preiskrieg ohnegleichen ausgebrochen.

Madrid – Allseits für Überraschung sorgte jedoch die Nachricht, dass ausgerechnet Philip Morris die Preise für seine Tabakprodukte trotz der Steuererhöhung zwischen 40 und 45 Cent gesenkt hat. Damit brachte der US-amerikanische Konzern den spanisch-französischen Altadis kräftig ins Schleudern, denn dieser hatte die Preise für seine sonst als Billigprodukte bekannten Marken Fortuna, Nobel und Ducados um zwischen 25 und 40 Cent erhöht.

Für den Verbraucher bedeutet dies im Klartext, dass erstmalig die Malboro-Schachtel, unschlagbares Spitzenprodukt von Philip Morris, billiger ist, als Fortuna, die führende Marke von Altadis.

Das Finanzministerium prüft nun die Möglichkeiten einer erneuten Steuererhöhung, während Altadis ebenfalls die Preise senken will.

„Noch einen Schritt weiter“

Wie Gesundheitsministerin Elena Salgado Anfang Februar ankündigte, plant die Regierung, im kommenden Jahr notfalls noch einen Schritt weiter zu gehen und das Rauchverbot in gastronomischen Betrieben gänzlich zu verbieten. Grund dafür sei die Tatsache, dass trotz des Antitabak-Gesetzes, das Anfang dieses Jahres in Kraft getreten ist, „in knapp 90% der spanischen Bars und Kneipen geraucht werden darf“.

Die spanischen Gastronomie-Verbände nahmen diese Nachricht mit großer Verärgerung auf, so dass ein Sprecher des Gesundheitsministeriums  später beschwichtigend einlenkte, die Regierung wolle kein generelles Rauchverbot erlassen, sondern die Betriebe, die ihre Lokale zu Nichtraucher-Bereichen machen, durch verschiedene Maßnahmen fördern und bevorzugen.




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