Präsident von Real Madrid zurückgetreten


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Fans beschimpfen ihre Stars als „Geldsäcke“

Der Präsident des spanischen Fußball-Rekordmeisters Real Madrid ist am 27. Februar nach einer außerordentlichen Sitzung der Vereinsführung mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Er zieht damit die Konsequenz aus den letzten Niederlagen des Clubs und der – gemessen an den Ansprüchen eines Star-Clubs wie Real Madrid – trostlosen Situation.

Madrid – Der Rückstand in der „Primera División“ auf den Erzrivalen FC Barcelona beträgt mittlerweile zehn Punkte, im Pokal ist Real ausgeschieden und in der Champions League steht der neunmalige Sieger nach einer Niederlage gegen Arsenal London kurz vor dem Aus.

Alle Versuche der Vereinsspitze, ihn zum Bleiben zu bewegen waren vergebens. In einer Pressekonferenz erklärte Pérez, seine Entscheidung sei „unwiderruflich“. Er gab sich selbst die Schuld für die Lage und sagte: „Der Club braucht einen Kurswechsel und dieser soll mit meinem Rücktritt eingeleitet werden.“ Weiterhin kritisierte er den „mangelnden Charakter“ des Teams, das nicht mehr genug Erfolgshunger aufweise.

So brodelt es bei Real nicht nur in der Vereinsführung sondern auch in der Mannschaft. Die Superstars um Zinedine Zidane, Ronaldo und David Beckham werden nun von einigen für die sportliche Misere des Clubs und den Pérez-Rücktritt verantwortlich gemacht. Beim Training mussten sich die Kicker von ihren Fans als „Geldsäcke“ und „Schürzenjäger“ beschimpfen lassen.

Als Nachfolger ernannte Pérez seinen Vertrauten Fernando Martín, doch dies spaltet den Club in zwei Lager. Ein Teil der Vorstandsmitglieder stellte sich hinter den neuen Präsidenten, ein anderer Teil fordert Neuwahlen.




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