Pilotprojekt für Telearbeit im öffentlichen Dienst


30 Jusitzbeamte arbeiten vier Monate lang hauptsächlich von zu Hause aus

Rund dreißig Jusitzbeamte aus dem baskischen Vitoria nehmen seit Mitte Januar an einem Pilotprojekt teil, das in der Form bislang einmalig in Spanien ist.

Vitoria – Vier Monate lang werden sie drei Tage die Woche von zu Hause aus arbeiten, also Telearbeit verrichten. Die Teilnahme an dem Versuch ist freiwillig, allerdings mussten gewisse Voraussetzungen erfüllt werden. Einer der Beamten, die sich dazu gemeldet haben und genommen wurden, erklärte in diesem Zusammenhang, er verspreche sich aufgrund des Wegfallens der Anfahrt zum Arbeitsplatz unter anderem, mehr Zeit für Familie und Privatleben zu gewinnen.

Möglich wird diese Form des Arbeitens von zu Hause aus dank des Internets. Den Teilnehmern wird über den Zeitraum des Pilotprojektes eine von ihrer persönlichen gesonderte Internetverbindung sowie ein Handy und ein Laptop zur Verfügung gestellt. Kleidervorschriften wie Anzug und Krawatte fallen für die Arbeitstage zu Hause selbstverständlich weg.

Der Schlüssel zum Erfolg dieses Projektes liegt nach Ansichten der Initiatoren im „Vertrauen“, dem Vertrauen, das der Arbeitgeber seinen Angestellten entgegenbringen muss. Der baskische Vizebeauftragte für Öffentliche Verwaltung, Juan Carlos Ramos, erklärte in diesem Zusammenhang, eine gewisse Kontroverse werde im Hinblick auf das Projekt sicher nicht ausbleiben, verleite es doch viele zu der Annahme, die Beamten könnten sich dadurch „noch mehr vor der Arbeit drücken“. Allerdings liege dies weit entfernt von der Wirklichkeit. Er sehe es vielmehr als eine Möglichkeit, die Produktivität der Beamten zu verbessern, da sich die Betroffenen „zufriedener“ fühlen werden.

Bei Erfolg ist die Einführung der Telearbeit als Option für Beamte des öffentlichen Dienstes zumindest im Baskenland nicht ausgeschlossen.




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