Paulino Rivero bei König Juan Carlos


© EFE

Der Monarch habe großes Interesse an den Problemen der Inseln gezeigt, freute sich der Kanaren-Chef

Der kanarische Regierungschef Paulino Rivero wurde am 25. September zum ersten Mal seit seinem Amtsantritt im Zarzuela-Palast in Madrid von König Juan Carlos empfangen. Nach der 45-minütigen Audienz zeigte sich Rivero hocherfreut über die „große Sensibilität“, die der spanische Monarch den die Kanarischen Inseln betreffenden Themen gegenüber an den Tag gelegt habe.

Madrid/Kanarische Inseln – Dies stehe im krassen Gegensatz zu der „Taktlosigkeit“ von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero. „Noch nie standen die Kanaren dem Königshaus so nah und dem Moncloa-Palast so fern“, monierte Rivero Journalisten gegenüber wörtlich. Der König haben ihm deutlich seine „Sorge“ und sein „Verständnis“ für alle die Inseln betreffenden Probleme zum Ausdruck gebracht, während die sozialistische Regierung in letzter Zeit nur durch Verständnislosigkeit, Taktlosigkeit und fehlender Sensibilität glänze. Don Juan Carlos habe dabei auch keinen Hehl daraus gemacht, dass ihm diese Situation Sorgen bereite, da dadurch wichtige Angelegenheiten nicht „adäquat“ behandelt würden. Rivero bezog sich in diesem Zusammenhang insbesondere auf die Problematik der illegalen Immigration.

Schwelender Konflikt

Bereits vor wenigen Wochen hatte sich der Kanaren-Chef öffentlich darüber beschwert, dass die Zentralregierung seit den letzten Regionalwahlen Ende Mai dieses Jahres äußerst deutlich ihre Unzufriedenheit über die neue kanarische Regierung spüren ließe, die dank einer Koalition der bereits vorher regierenden CC und der konservativen PP zustande kam. Nicht umsonst hatte Zapatero persönlich einen seiner besten Männer, den ehemaligen Justizminister Juan Fernando López Aguilar ins Rennen geschickt, um die Kanaren für die Sozialisten zu gewinnen. Eine Hoffnung, die trotz der guten Wahlergebnisse der kanarischen Sozialisten durch die Koalition der CC und PP zunichte gemacht wurde. Seitdem habe Madrid den Kanaren den Rücken gekehrt, wird auf den Inseln moniert.




Über Wochenblatt

Das Wochenblatt erscheint 14-tägig mit aktuellen Meldungen von den Kanaren und dem spanischen Festland. Das Wochenblatt gilt seit nunmehr 36 Jahren als unbestrittener Marktführer der deutschsprachigen Printmedien auf den Kanarischen Inseln.