Ordnung im Vermögen


Ein Artikel von Ottmar Beck (Alltrust AG)

Wieder naht das Jahresende, und die Zeit der guten Vorsätze beginnt. Wie in jedem Jahr liegen in vielen Depots Wertpapiere, die man schon längst hätte verkaufen sollen. Aber dieser Schritt ist schmerzlich.

Denn vor allem bei Wertpapierpositionen, die in den roten Zahlen sind und sich als Fehlkauf herausgestellt haben, muss man sich eingestehen, dass man aufs falsche Pferd gesetzt hat. Aber wer tut das schon gerne? Dennoch führt an einer nüchternen Betrachtung kein Weg vorbei. Für Ihre Bestandsaufnahme sollten Sie sich daher ein Beispiel an den Piloten nehmen: Vor jedem Abflug wird die Checkliste abgearbeitet. Ihre Checkliste:

1. Ändern Sie Ihre Gesamtallokation wegen veränderter Lebensumstände

Hat sich an Ihrer Lebenssituation Entscheidendes geändert? Wenn Sie in Pension gegangen sind, eine Erbschaft gemacht, eine Immobilie gekauft oder verkauft haben, ist es Zeit, neu über die Gesamtallokation Ihres Vermögens nachzudenken.

2. Überprüfen Sie Ihre Gesamtallokation

Sie haben einmal den jeweiligen Anteil von Aktien, Immobilien, festverzinslichen Wertpapieren und sonstigen Anlagen in Ihrem Vermögen festgelegt. Wenn sich an Ihrem Leben nichts Entscheidendes geändert hat, stellen Sie jetzt diese Relationen wieder her. Entweder indem Sie nach einem Kursverlust – so schmerzlich es auch ist – die entsprechende Anlageklasse nachkaufen oder indem Sie trotz großer Gewinne die erfolgreiche Anlage auf ihre zuvor festgelegte Größe zurückführen.

3. Unterdrücken Sie Ihre Heimatgefühle

In vielen Depots sind zu viele Wertpapiere inländischer Unternehmen. Es sei die Frage erlaubt, ob für einen Spanier spanische Unternehmen, für einen Schweizer schweizerische Unternehmen oder für einen Deutschen deutsche Unternehmen besser als der Rest der Welt sind. Wer bei der Anlage seines Depots auf ausländische Werte verzichtet und sich so freiwillig selbst beschränkt, muss mit einem höheren Anlagerisiko leben. Nach einer neuen Studie verzichtet der rein national ausgerichtete Anleger neben einer höheren Sicherheit auf rund 1% Rendite pro Jahr.

4. Rennen Sie nicht jedem Trend hinterher

Banken verkaufen Ihnen jeden Tag neue Investmentchancen. Es vergeht kein Tag, an dem nicht ein neues ausgeklügeltes System oder Produkt als Star am Wertpapierhimmel gefeiert wird. Meist kommen die Produkte zu einem Trend jedoch erst, wenn dieser sich bereits voll entwickelt hat und leicht zu verkaufen ist.

5. Trennen Sie sich von Depotleichen

Stellen Sie sich bei jedem Wertpapier in Ihrem Depot die Frage: Würde ich diesen Wert heute wieder kaufen? Wenn ja, bleibt der Wert im Depot. Wenn nein, wird er verkauft. Denken Sie immer daran: Auch Buchverluste sind Verluste. Das Wertpapier ist nur das wert, was heute als Preis dafür gezahlt wird. Und denken Sie auch daran: Es ist leichter, ein Ende mit Schrecken als einen Schrecken ohne Ende zu verkraften.

6. Reduzieren Sie die Komplexität

Mehr als 20 Einzelpositionen hat niemand im Griff, und ab einer bestimmten Anzahl von Wertpapieren im Depot führt das Hinzuziehen von weiteren Positionen auch zu keinem nennenswerten Diversifikationseffekt mehr. Behalten Sie daher die Anzahl der in Ihrem Depot befindlichen Wertpapiere im Griff. Wenn nötig verkaufen Sie Positionen. Ist Ihnen heute das Konzept oder die Funktionsweise einer Anlage, zum Beispiel eines Zertifikats, unklar, überlegen Sie nicht zwei Mal, ob das wirklich das richtige Investment für Sie ist. Es ist es nicht.

Da die Großwetterlage auch 2013 unstet bleiben wird, folgen Sie unserer immer wieder empfohlenen Methode: Bestimmen Sie für sich den richtigen Mix der verschiedenen Anlagearten. Werfen Sie dann in regelmäßigen Zeitabständen einen Blick auf Ihr Depot, um die einzelnen Anlagen durch Ver- und Nachkauf wieder auf den geplanten Stand zu bringen.

Auch in diesem Jahr möchte ich Ihnen wieder ein Buch zu Weihnachten vorschlagen. Die knapp 500 Seiten beschäftigen sich mit dem Thema Anlagestrategien für eine Dekade des langsamen Wachstums und der Deflation. Leider ist das Buch nur auf Englisch zu erhalten: A. Gary Shilling, „The Age of Deleveraging“, ISBN 978-0-470-59636-4.

Ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Mehr Informationen?

Haben Sie Interesse? – Dann wenden Sie sich unter der Telefon-Nr.: 922 575496 an Herrn Robert Burlon oder unter 0041 79 4207493 an Herrn Ottmar Beck. Vom 12. bis 19. März stehe ich Ihnen auch gerne in Teneriffa zu einem Gespräch zur Verfügung.




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