Ölpest vor Algeciras durch gesunkenes Schiff


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An Bord der „New Flame“ befinden sich 42.500 Tonnen Schrott

Seit August vergangenen Jahres lag das panamesische Schiff „New Flame“ vor dem Hafen von Algeciras. Nach einem Zusammenstoß mit einem britischen Tanker in der Straße von Gibraltar war das mit 42.500 Tonnen beladene Schiff nicht nur fahruntüchtig, sondern so stark beschädigt, dass es jederzeit unterzugehen drohte.

Algeciras – Immer wieder warnten Umweltschützer davor und forderten, dass das havarierte Schiff abgeschleppt und die gefährliche Fracht geborgen werden müsse. Doch selbst als bereits Ölreste an der wenige Kilometer entfernten Küste  gefunden wurden, geschah nichts. Grund: Es bestanden Unstimmigkeiten über die Zugehörigkeit der Gewässer.

Das spanische Umweltminis­terium behauptete nämlich wiederholt, es könne nicht agiert werden, da die „New Flame“ in Hoheitsgewässern der britischen Kronkolonie Gibraltar liege. Erst später, als es schon zu spät war, lenkte das Außenministerium ein und stellte nun richtig, ja, das Schiff befinde sich in spanischen Gewässern, da Gibraltar, bis auf den Hafen über keine Hoheitsgewässer verfüge. Ein seit langem strittiges Thema, für die Umwelt scheint es ohnehin schon zu spät zu sein, denn am 11. Februar sank das Schiff fast völlig unter Wasser. Die Folge: Ein Ölteppich, der inzwischen über einen Kilometer Strand verseucht hat.

Spezialkräfte kämpfen seit Tagen gegen die Ölpest an. Doch viel schlimmer als der auslaufende Treibstoff sind die Tonnen an Schrott, den das Schiff geladen hat. Umweltschützer befürchten eine Umweltkatastrophe, die einen Großteil des Mittelmeeres betreffen könnte. Unter anderem befinden sich unter dem geladenen Schrott auch mit Schwermetall verseuchte Auspuffrohre.




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