Neues Gerichtsverfahren gegen Rodrigo Rato


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Schmiergelder für die Vergabe von Bankia-Werbekampagnen

Gegen Rodrigo Rato, den ehemaligen Chef des Internationalen Währungsfonds und Ex-Wirtschaftsminister Spaniens unter Präsident Aznar, laufen zahlreiche Gerichtsverfahren, unter anderem wegen Unregelmäßigkeiten beim Börsengang der Bankia-Bank und wegen der schwarzen Kreditkarten bei Caja Madrid und Bankia.

Nun ist gegen den Ex-Präsidenten der beiden genannten Bankhäuser ein weiteres Verfahren eröffnet worden, das sich aus den bereits laufenden Gerichtsverfahren ergeben hat. Dazu sind Rato selbst, sein mutmaßlicher Strohmann, der Anwalt Domingo Plazas, und Repräsentanten der Medienunternehmen Zenith und Publicis für den 19. und 20 Februar zur richterlichen Befragung vorgeladen worden. Richter Antonio Serrano-Arnal hat das Verfahren unter Geheimhaltung gestellt. 

Die Medienunternehmen Zenith und Publicis sollen Rodrigo Rato auf Umwegen ein Bestechungsgeld von insgesamt 835.000 Euro gezahlt haben, weil sie unter dessen Präsidentschaft von Bankia Aufträge für große Werbekampagnen erhielten.

Dieses Geld soll an die Firma Kradonara S. L. geflossen sein, die wiederum im Jahr 2001 durch die Vivaway Ltd. mit Sitz auf den britischen Guernsey-Inseln gegründet wurde, deren Geschäftsführer der Anwalt Domingo Plazas ist. Laut Staatsanwaltschaft hat Rodrigo Rato über diese Firma in den Jahren von 2006 bis 2014 rund 6,5 Millionen Euro aus dem Ausland erhalten, deren Herkunft ungeklärt ist. 

Schon im Oktober hatte Richter Serrano-Arnal den Reisepass Ratos eingezogen, nachdem er ihn drei Stunden lang zu den mutmaßlich von Publicis und Zenith erhaltenen Provisionen für die Bankia-Aufträge befragt hatte. Damals sagte Rato aus, alle ausländischen Besitztümer, auf die sich die Anklage beziehe, stammten aus dem Vermögen seiner Familie und seien ordnungsgemäß versteuert worden.




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