Neuer Gesundheitsminister Alfonso Alonso vereidigt


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Vorgängerin Ana Mato verabschiedet sich „mit gutem Gewissen“

Als die Ministerin für Gesundheit und Sozialwesen wegen der Verwicklung ihres Ex-Ehemannes mit dem Korruptionsnetz Gürtel sich zum Rücktritt „genötigt“ sah, wurde allgemein angenommen, Präsident Rajoy werde nun sein Kabinett umbilden.

Madrid – Im Mai war bereits der Landwirtschaftsminister aus der Regierung ausgeschieden, um Spaniens Spitzenkandidat bei den Europawahlen zu sein, doch er wurde sang- und klanglos durch eine Nachfolgerin ersetzt. Aufgrund der massiven Proteste gegen die Gesetzesänderung über den Schwangerschaftsabbruch, die schließlich auch der Präsident nicht mehr unterstützen konnte, trat im letzten Sommer Justizminister Ruiz Gallardón zurück. Ohne große Umschweife wurde sein Nachfolger vorgestellt, doch die erwartete Kabinettsumbildung blieb auch an dieser Stelle aus.

Als Ende November die Gesundheitsministerin Ana Mato aus dem Kabinett ausscheiden musste, flammten erneut die Gerüchte um eine Umbildung der Regierung aus, denn auch mehrere andere Minister sind angeschlagen und in der Sympathie der Wähler auf dem absteigenden Ast, ein guter Grund also, die Regierungsmannschaft neu aufzustellen. Doch auch dieses Mal waren die Spekulanten auf der falschen Spur – Präsident Rajoy ernannte den bisherigen Fraktionssprecher der Partido Popular im Kongress, Alfonso Alonso, zu seinem neuen Gesundheitsminister. „Man darf einfach keine Angst vor den Menschen haben“, erklärte der, als er von seiner Ernennung erfuhr.

Vor König Felipe und hohen politischen Vertretern legte der neue Minister für Gesundheit, Sozialwesen und Gleichheit seinen Amtseid ab.  Dann begab er sich zum Sitz des Gesundheitsministeriums, wo er von seiner Vorgängerin, Ana Mato, die Amtsgeschäfte übernahm. Sie verlasse ihren Posten mit ruhigem Gewissen, erklärte sie beim Abschied.

Bevor er sich in den Zarzuela-Palast begab, um seinen Amtseid abzulegen, suchte Alfonso Alonso den Kongress auf, wo ein Tag der offenen Tür stattfand. Er empfing dort die Bürger, die sich für die Arbeit der Parlamentarier interessierten. „Die Menschen sind tatsächlich großartig“ sagte er zu den anwesenden Medienvertretern. „Man muss vor den Leute keine Angst haben, sondern vor Ihnen“, sagte lachend zu den Journalisten.




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