Neue Kleiderordnung in Barcelona


Geldstrafe für unbekleidetes Flanieren

Die Stadtverwaltung von Barcelona hat kein Nachsehen mehr mit Personen, die unbekleidet beziehungsweise im Badeanzug durch die Straßen gehen.

Barcelona – Das hat der Stadtrat noch kurz vor den Gemeindewahlen beschlossen und am 22. Mai trat die neue Verordnung in Kraft.

Sie sieht Geldbußen zwischen 300 und 500 Euro für Leute vor, die unbekleidet auf der Straße erwischt werden. Wer in der Badehose oder im Bikini spazieren geht, muss zwischen 120 und 300 Euro zahlen. Ausgenommen sind die Meerespromenade und die Zugangswege zu den Stränden.

Bevor sie eine „multa“ verhängen, sind die Stadtpolizisten verpflichtet, die „Unbekleideten“ zunächst aufzufordern, sich etwas überzuziehen. Wer der Anordnung folgt, bleibt vor der Strafe verschont. In der Verordnung heißt es dementsprechend: „Die Sicherheitskräfte werden zunächst darauf hinweisen, dass die betreffende Person gegen eine städtische Verordnung verstößt. Nur wer der Aufforderung, sich zu bekleiden, nicht Folge leistet, wird bestraft.“ Zunächst, so heißt es in einer Verlautbarung der Stadtverwaltung, werde eine Aufklärungskampagne für Touristen und Bürger der Stadt durchgeführt.

Assumpta Escarp, die Vizebürgermeisterin der Stadt, wies darauf hin, dass sich die Verwaltung genötigt sah, eine entsprechende Verordnung zu erlassen, um Konflikten vorzubeugen. Keinesfalls habe man die Absicht, den Leuten vorzuschreiben, wie sie sich zu kleiden haben.

Bei Vertretern der Opposition ist die neue „Kleiderordnung“ auf Kritik gestoßen. Der Vertreter der Öko-Sozialisten bezeichnete sie als demagogisch und bezweifelte ihre Effektivität. „Hier wird eine Person, die in Badekleidung durch die Stadt spaziert, ebenso hart bestraft wie ein Autofahrer, der mit 80 Stundenkilometern durch die Innenstadt fährt“, monierte er.




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