NATO-Raketenabwehr von Südspanien aus


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Im Februar trifft der erste US-Zerstörer in Rota ein

Die Ankunft des ersten von vier US-amerikanischen Zerstörern der Arleigh-Burke-Klasse auf der südspanischen Militärbasis Rota bei Cádiz, die im Rahmen des NATO-Raketenabwehrprogramms zum Schutz Europas (Active Layered Theatre Ballistic Missile Defence, ALTBMD) im östlichen Mittelmeer patrouillieren sollen (das Wochenblatt berichtete), steht kurz bevor.

Cádiz – Die „USS Donald Cook“ wird voraussichtlich am 11. Februar in Rota eintreffen. Der Zerstörer mit einer Kiellänge von 154 m und einer Breite von 20,4 m hat bereits seinen Heimathafen Norfolk (Virginia) mit 338 Besatzungsmitgliedern an Bord verlassen. Die „USS Ross“ wird im Juli erwartet, die „USS Porter“ und die „USS Carney“ sollen im kommenden Jahr folgen. Damit wird Rota weitere 1.100 Marinesoldaten und ihre Familien aufnehmen.

Die vier Schiffe sind mit der neuesten Version des elektronischen Warn- und Feuerleitsystems Aegis und mit Boden-Luft-Raketen des Typs SM-3 ausgestattet. Sie unterstehen dem US-Oberbefehlskommando der Marine für das Mittelmeer in Neapel (Italien). Ihr Auftrag ist die ständige Patrouille durch das östliche Mittelmeer, um mithilfe der in der Türkei und Polen stationierten Radare eventuelle Angriffe von Ländern wie dem Iran rechtzeitig zu entdecken.

Die spanische Kriegsmarine ist bereit, die Zerstörer, Mannschaften und Familien aufzunehmen. Unter anderem wurden in den vergangenen Jahren drei Molen auf Vordermann gebracht und eine vierte für 160 Millionen Euro hinzugebaut. Allerdings erhofft man sich auch Vorteile vom gemeinsamen Training und die gemeinschaftliche Nutzung der Anlagen.

Auch die Navantia-Werft wird von den Amerikanern profitieren. Für vier Jahre Wartung wird die auf Kriegsschiffe spezialisierte Werft 190 Millionen Euro kassieren.

Anders als im „Fall Morón“ wurde das entsprechende Abkommen geändert, um den unbefristeten Aufenthalt der Zerstörer zu ermöglichen.




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