NATO-Gipfel in Spanien

Besprechung mit Innenminister Fernando Grande-Marlaska (2.v.r.) zum Sicherheitsplan für den 29. und 30. Juni Foto: EFE

Besprechung mit Innenminister Fernando Grande-Marlaska (2.v.r.) zum Sicherheitsplan für den 29. und 30. Juni Foto: EFE

Die Hauptstadt Madrid wird am 29. und 30. Juni zur Festung

Madrid – Beim NATO-Gipfel Ende Juni in Madrid wird mit großer Wahrscheinlichkeit eine Verstärkung des militärischen Bündnisses beschlossen werden. Daher wird mit Protesten größeren Ausmaßes gerechnet. Wie der Bürgermeister bereits angekündigt hat, wird die Hauptstadt während des Treffens völlig blockiert sein.

10.000 Polizisten und zahlreiche weitere Sicherheitskräfte sollen während des Gipfeltreffens für Ruhe und Ordnung sorgen. Es wird sich um das größte Sicherheitsaufgebot in der jüngeren Geschichte Spaniens handeln, teilte das Innenministerium mit. Speziell an den beiden Verhandlungstagen, dem 29. und 30. Juni, werde Madrid einer Festung gleichen. Neben zahlreichen anderen Sicherheitsmaßnahmen sollen auch wieder Grenzkontrollen zu den Nachbarländern durchgeführt werden.

Es ist das Ziel dieser umfassenden Sicherheitsvorkehrungen, die rund 5.000 Teilnehmer des Gipfels zu schützen. Es werden 40 Delegationen mit etwa 2.000 Personen erwartet, sowie 2.000 Journalisten aus aller Welt. Außerdem etwa Tausend Helfer des Organisationskomitees. Ein Sprecher des Innenministeriums hat mitgeteilt, man habe bislang keine besondere Bedrohung festgestellt, die Anlass zur Sorge geben könnte.

In Anlehnung an die griechische Göttin des Friedens wurde die Aktion „Operación Eirene“ getauft. Die Regierung will die Bürger von Madrid dazu auffordern, während des Gipfeltreffens möglichst im Homeoffice zu arbeiten und unnötige Fahrten zu vermeiden, berichtete ein Fernsehsender. Bürgermeister José Luis Martínez-Almeida hat die Bewohner vor Problemen gewarnt und zur Geduld aufgefordert, denn man erwarte auch Protestkundgebungen.
Das NATO-Gipfeltreffen findet unter dem Eindruck des russischen Angriffskrieges in der Ukraine statt. Nach Angaben des NATO-Generalsekretärs Jens Stoltenberg soll in Madrid eine Verstärkung der Abschreckungs- und Verteidigungskapazität der Nato-Staaten beschlossen werden.

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