Nadias Eltern müssen 1,2 Millionen Euro hinterlegen


Marga Garau, im Bild mit ihrem Anwalt, wurde das Sorgerecht für ihre Tochter vorläufig entzogen. Foto: efe

Zwei Spender treten als Nebenkläger auf

Barcelona – Die Eltern von Nadia Nerea müssen bei Gericht 1,2 Millionen Euro Sicherheit hinterlegen. Das Mädchen aus Organyà in der Provinz Lleida leidet an einer seltenen Krankheit, die seine Eltern ausnutzten, um sich zu bereichern. Der Richter, der wegen Betrugs gegen Fernando Blanco und Marga Garau ermittelt, hat die möglichen Schadenersatzansprüche der Geschädigten in dieser Höhe beziffert. Der Richter bestätigte außerdem die über die Eltern verhängten Maßnahmen: Untersuchungshaft für den Vater des Kindes – wegen Flucht- und Verdunklungsgefahr ohne die Möglichkeit, auf Kaution freizukommen – und die Aussetzung des Sorgerechts der Mutter. Nadia lebt zurzeit bei einer Tante in Palma de Mallorca.

Blanco und Garau hatten im Jahr 2008 eine Spendenkampagne für ihre Tochter Nadia gestartet, die an Trichothiodystrophie, einer seltenen genetischen Erkrankung, leidet, und die Schwere der Krankheit zu diesem Zweck übertrieben dargestellt. Seitdem haben sie allein durch Überweisungen auf zwei Spendenkonten über 900.000 Euro eingenommen, hinzu kommen Barspenden in unbekannter Höhe. Doch statt das Geld für die Behandlungen auszugeben, welche die Tochter angeblich benötigte, nutzten sie es, wie die bisherigen Ermittlungen ergaben, um sich ein luxuriöses Leben zu finanzieren.

Fernando Blanco und Marga Garau sind nun durch das Gericht verpflichtet worden, 1,2 Millionen Euro zu entrichten, um Schadenersatzansprüche abzusichern. Tun sie dies nicht, wird ihr Eigentum und Vermögen bis zur Höhe dieser Summe beschlagnahmt. Alberto Martín, der Anwalt des Ehepaares, hat angekündigt, gegen die Höhe der geforderten Sicherheit wegen Unverhältnismäßigkeit Widerspruch einzulegen. Des Weiteren gab er bekannt, dass sich zwei mutmaßliche Geschädigte als Nebenkläger in das Verfahren eingeschaltet haben. Es handle sich um eine Privatperson und ein Unternehmen, die 6.000 bzw. 13.500 Euro gespendet hätten.




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