Nach dem Zugunglück von Santiago de Compostela wird in die Sicherheit investiert


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Im Haushaltsentwurf wurde der entsprechende Posten erheblich angehoben

Das schwere Zugunglück vom 24. Juli, bei dem 79 Menschen ums Leben kamen, hat sich unmittelbar auf den Haushaltsentwurf für das kommende Jahr ausgewirkt, denn die entsprechenden Posten zur Verbesserung der Sicherheit im Zugverkehr wurden bedeutend aufgestockt.

Madrid – Zwar hatte der Zugführer eingestanden, dass er abgelenkt gewesen sei und aus diesem Grund den zu schnell fahrenden Zug nicht abgebremst habe, woraufhin dieser in der Kurve bei Angrois vor Santiago de Compostela entgleiste. Trotzdem hätte das Unglück verhindert werden können, wäre ein automatisches Bremssystem vor der Kurve installiert worden. Eine derartige Installation kontrolliert ständig die Geschwindigkeit der Züge, warnt bei Abweichungen den Fahrzeugführer und löst bei dessen Untätigkeit automatisch den Bremsvorgang aus.

Um diesen Mangel zu beheben, wurde nun vom Transportministerium der Etat zur Verbesserung der Sicherheit im Zugverkehr von 15 Millionen Euro auf 110 Millionen Euro aufgestockt. Davon entfallen allein 50 Millionen Euro auf den Posten zur Installation des automatischen Bremssystems auf Hauptverkehrsstrecken, die noch nicht über das ERTMS genannte System verfügen. Über die insgesamt 3.100 km umfassenden Strecken für Schnellzüge hinaus soll auch ein kleiner Teil der 11.000 km langen konventionellen Trassen mit dem ERTMS ausgerüstet werden, insbesondere im Nahverkehrsbereich von Madrid und Barcelona.

Die für das Schienennetz und den Zugverkehr verantwortlichen Unternehmen Adif und Renfe erhalten seit Jahren spezielle Posten zur Verbesserung der Sicherheit. Bei Adif wurde dieser nun von 990.000 Euro in diesem Jahr auf über 25 Millionen Euro im kommenden Jahr, bei Renfe von 14 Millionen Euro in diesem Jahr auf über 35 Millionen Euro im kommenden Jahr angehoben. Seitens der beiden öffentlichen Unternehmen hieß es, mit diesen Mitteln sollen die Mängel behoben werden, die bei der nach dem Unglück angeordneten, eingehenden Untersuchung des Netzes und der Züge zutage treten.




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