Mutige Gutachter


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Bankia und die Zentralbank versuchen vor Gericht, die Glaubwürdigkeit von Busquets und Sánchez zu erschüttern

Im Gerichtsverfahren um mutmaßliche Unregelmäßigkeiten beim Börsengang des verstaatlichten Geldinstituts Bankia haben die beiden von der Spanischen Zentralbank entsandten Gutachter Víctor Sánchez Nogueras und Antonio Busquets in voneinander unabhängigen Berichten bestätigt, dass beim Börsengang Bankias, unter der Leitung von Rodrigo Rato, Betrug im Spiel und die Bilanzen frisiert waren.

Madrid – Sie stellen weiterhin fest, dass auch unter der Verantwortung des neuen Bankia-Präsidenten José Ig­nacio Goirigolzarri Fehler in der Buchführung begangen wurden. Darüber hinaus stellen Busquets und Sánchez Nogueras mutig auch die Rolle, die das Wirtschaftsprüfungsunternehmen Deloitte und ihr eigener Arbeitgeber, die Spanische Zentralbank, bei diesem Börsengang gespielt haben, infrage.

Die so beurteilten Verantwortlichen bemühen sich nun mit der Hilfe eines Heeres von Anwälten, die Glaubwürdigkeit und Fachkompetenz der beiden Sachverständigen zweifelhaft erscheinen zu lassen und ihre Argumente zu entkräften. Dabei konzentrieren sie sich besonders auf diejenigen Punkte, an denen die beiden in ihrer Beurteilung der hochkomplexen Vorgänge und Strukturen voneinander abweichen.

Für den Rettungsfonds FROB, dem Bankia gehört, steht in diesem Verfahren, das unter der Leitung von Richter Fernando Andreu am Nationalen Gerichtshof durchgeführt wird, einiges auf dem Spiel. Bankia hat bei dem Börsengang 2011 drei Milliarden Euro eingenommen, und der spanische Staat könnte in die Verlegenheit geraten, Teile davon zurückerstatten zu müssen, falls festgestellt wird, dass die Buchführung nicht korrekt war.

Während nun der FROB und die Nationalbank alles daran setzten, die Gutachten, welche die Inspektoren in unabhängiger Arbeit für Richter Andreu erstellt haben, zu entkräften und damit den Vorwurf, man habe damals weggeschaut, aus der Welt zu schaffen, steht der Verband der Inspektoren den beiden Kollegen, die so heftig ins Kreuzfeuer geraten sind, zur Seite. In einer öffentlichen Erklärung brachte der Verband seine uneingeschränkte Unterstützung für Víctor Sánchez Nogueras und Antonio Busquets zum Ausdruck und erklärte, beide würden über breitgefächerte Erfahrung und erwiesene fachliche Kompetenz verfügen und stünden bei ihren Kollegen in hohem Ansehen.




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