Museum Chillida-Leku wird geschlossen


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Verhandlungen gescheitert

Mitte März gab die Familie des berühmten Bildhauers Eduardo Chillida die Schließung des dem Künstler gewidmeten Museums Chillida-Leku bei Hernani bekannt.

Hernani – Nach monatelangen Verhandlungen mit der baskischen Regierung und der Provinz Guipúzcoa erklärte die Familie diese als gescheitert.

Zu den größten Träumen Eduardo Chillidas, einer der bedeutendsten Bildhauer des 20. Jahrhunderts, gehörten das Freilichtmuseum Chillida-Leku bei Hernani und ein Museum im Inneren des Berges Tindaya auf Fuerteventura, dessen Realisierung vor Kurzem einen Schritt vorangebracht wurde (das Wochenblatt berichtete).

Das Museum Chillida-Leku stellte eine große Anzahl an Eisenskulpturen des Künstlers auf einer parkähnlichen Anlage unter freiem Himmel aus. Im Jahr 2000 eröffnet, empfing es in einem Jahrzehnt 810.000 Besucher. Doch über die Jahre hinweg kamen immer weniger Leute, sodass irgendwann die Unterhaltungskosten die Einnahmen überstiegen. Zuletzt betrug das jährliche Defizit über eine halbe Million Euro. Die Familie Chillida versteigerte einige Werke des Künstlers, um den Lohn der 20 Angestellten bezahlen zu können. Zwar gehört das Museum der Familie Chillida, doch wurde sie von der baskischen Regierung und der Provinz Guipúzcoa bei der Haltung und Führung unterstützt. Die Institutionen schlugen anhand fallender Besucherzahlen und steigenden Defizits vor, das Museum auch für andere Ausstellungen zu öffnen, doch die Familie lehnte dies ab, um den Werken Chillidas die volle Geltung zu sichern. Anfang Januar wurde das Museum geschlossen und für die Angestellten ein Verfahren bei Massenentlassungen, Kurzarbeit und Frühverrentung (expediente de regulación de empleo, ERE) eingeleitet. Die Familie Chillida, die baskische Regierung und die Provinz Guipúzcoa setzten sich seitdem mehrmals an einen Tisch, um eine Lösung für das Museum zu finden. Zuletzt wurde den Chillidas angeboten, ihnen das Museum und die Ausstellung für 80 Millionen Euro abzukaufen. Doch für die Familie kam nicht in Frage, die Leitung des Museums und damit die Kontrolle über das Werk ihres Ehemannes und Vaters in fremde Hände zu geben. Museumsdirektor Luis Chillida erklärte gegenüber einer spanischen Tageszeitung, sein Vater hätte dieses Angebot nie angenommen, nicht für alles Geld der Welt.

Die Schließung des Museums ist für das kulturelle Leben des Baskenlandes ein herber Verlust. Besonders betroffen ist die nahe gelegene Stadt San Sebastián, die den Titel Europäische Kulturhauptstadt 2016 anstrebt.




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