Mossos d’Esquadra der Misshandlung beschuldigt


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Videoaufzeichnungen als Beweis

Die katalanische Regionalpolizei Mossos d’Esquadra hat einen äußerst schweren Stand, was ihr Ansehen in der spanischen Gesellschaft betrifft. Der Grund dafür ist die Tatsache, dass in den letzten Monaten immer wieder Videoaufnahmen an die Öffentlichkeit kamen, auf denen die Misshandlungen zu sehen sind, die die Regionalpolizisten an Verhafteten in den Räumlichkeiten der Polizeidiensstellen verübten.

Barcelona – Die Täter waren sich dabei nicht bewusst, dass sie von einer heimlich von der Abteilung für innere Angelegenheiten installierten Kamera gefilmt wurden. Die Abteilung hatte sich zu dieser radikalen Maßnahme entschlossen, nachdem Mitglieder der Mossos d’Esquadra immer wieder wegen Misshandlung von ehemaligen Verhafteten beschuldigt wurden.

Der jüngste Misshandlungsfall wurde Ende Mai bekannt. Das Opfer ist eine 23-jährige Russin, die Anfang April in Barcelona wegen eines Nachbarschaftsstreits verhaftet wurde. Auf den Videoaufnahmen ist deutlich zu erkennen, dass die junge Frau ohne sichtbaren Grund von zwei Beamtinnen geschlagen und unzulässig behandelt wurde. Nach ihrer Freilassung fünfzehn Stunden später nahm der Freund des Opfer seinerseits die zahlreichen blauen Flecken und Blutergüsse auf. Diese wurden wenig später auch im Krankenhaus Vall d’Hebron bestätigt. Der Fall wird jetzt gerichtlich verhandelt.

Videoüberwachung

Währenddessen hat der katalanische Innenminister Joan Saura angekündigt, dass sämtliche Dienststellen der Mossos d’Esquadra im Laufe dieses Jahres mit Kameras ausgestattet werden. Dadurch sollen einerseits weitere Misshandlungsfälle von Verhafteten vermieden, gleichzeitig aber auch falsche Anzeigen gegen Polizisten verhindert werden.




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