Mörder des serbischen Präsidenten verhaftet


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Serbische Schwerverbrecher in Valencia verhaftet

Die serbische Botschafterin in Spanien, Jela Bacovic, hat dem spanischen Innenminister Jorge Fernández den Dank ihres Landes ausgesprochen, nachdem die spanische Polizei die Aktion, die unter der Bezeichnung „Operación Zoológico“ lief, erfolgreich beenden und den seit mehr als elf Jahren gesuchten Schwerverbrecher Luca Bojovic in Valencia festnehmen konnte.

Valencia – „Eine sehr schwierige Etappe unseres Landes konnte damit abgeschlossen werden“, erklärte die Botschafterin wörtlich.

Morde, Menschenhandel, Prostitution, Drogenhandel und Geldwäsche, vor allem aber die Ermordung des serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic im Jahr 2003 gehen auf das Konto des Clans Zemun, der aus paramilitärischen Gruppen wie „Die Tiger von Arkan“ hervorgegangen ist. Der Mord an dem Ministerpräsidenten wurde von Vladimir Milisavljevic auf Anordnung von Luka Bojovic begangen. Seit diesem Zeitpunkt suchten die serbischen Behörden beide weltweit, doch die letzte Spur führte dann nach Spanien. Jetzt konnten Bojovic und Milisavljevic in Begleitung von zwei weiteren Mitgliedern des Clans in einem Restaurant in Valencia festgenommen werden.

Zusammen mit der serbischen Botschafterin ist Innenminister Fernández vor den Medien erschienen, um den Ablauf der Aktion Zoológico zu erklären.

Alles begann vor rund zwei Jahren, als die serbische Polizei die spanischen Sicherheitskräfte um Amtshilfe ersuchte. Ihr war bekannt, dass sich der 39-jährige Luka Bojovic in Spanien aufhält und dass auch seine Familie bei ihm war. In einem kleinen Ort in der Nähe von Benidorm lebten seine Frau und seine kleinen Kinder seit drei Jahren ein völlig normales Leben und waren vollständig integriert. Die Kinder waren gute Schüler und taten sich als Sportler hervor. Von dieser Stelle aus begann die Suche nach Bojovic, blieb jedoch völlig erfolglos. Nicht ein einziges Mal hat er seine Familie besucht oder sich mit ihr an anderer Stelle getroffen. Die Beobachtungen blieben absolut ohne Ergebnis.

Dann wurde sein mögliches Umfeld mithilfe von Informationen aus Serbien beobachtet. Mehrmals war man Mitgliedern des Clans auf den Fersen, doch sie konnten im letzten Moment immer wieder entwischen. Sie waren unglaublich vorsichtig, benutzten weder Autos noch Taxis und änderten ständig ihre Routen. Vladimir Milisavljevic konnte schon vor einigen Wochen lokalisiert und überwacht werden. Er gilt als die rechte Hand von Bojovic, hatte jedoch keinerlei Vorstrafen in Serbien. Die Polizei folgte ihm auf einem Flug von Las Palmas nach Madrid. Dort begann dann das glückliche Ende der Aktion Zoológico (der Fall wurde so bezeichnet, weil der Vater Bojovics der Direktor des Belgrader Zoos war). In Madrid nahm der Mann ein Taxi nach Valencia, wo er eine Wohnung betrat und sie in Begleitung von Sinisa Petric wieder verließ, einem Auftragskiller, der in Serbien eine ganze Familie hingerichtet hatte und aus dem Gefängnis geflohen war. Die Männer suchten noch verschiedene Wohnungen auf, und eine dritte Person, mit dunkler Bril­­le und Baseballkappe, hinter der die Polizisten Bojovic vermuteten, gesellte sich zu ihnen. Vier Personen betraten schließlich ein Restaurant in der Innenstadt.

Acht Beamte stürmten kurze Zeit später in das Lokal, der Gangsterchef rief etwas auf Serbisch, und die vier Männer versuchten zu fliehen. Doch ein starker Sicherheitstrupp konnte sie festnehmen.

„Sie haben weder Speisen noch Getränke zu sich genommen, weil sie befürchteten, man habe Substanzen zugesetzt, um Geständnisse zu erreichen“, erklärte der Innenminister. „Doch hier in Spanien sind diese Methoden nicht erlaubt.“

In den verschiedenen Wohnungen in Valencia wurden wahre Waffenarsenale sowie 557.000 Euro in bar gefunden. Alles war in Rucksäcken verpackt, um notfalls schnell damit fliehen zu können. Bojovic wird wegen zahlreicher Verbrechen in Serbien, Holland, Spanien sowie von Interpol gesucht. Ihm werden zwanzig Morde in verschiedenen Ländern zur Last gelegt sowie bewaffnete Raubüberfälle und der Handel mit großen Mengen Kokain von Südamerika nach Europa.




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