Minister setzt sich doch ein


Während der ersten Fachkonferenz über Immigration, die am 9. Juli in Madrid stattfand, erinnerte Inés Rojas an die „Notlage“ auf dem Archipel. Den Vertretern der anderen autonomen Regionen Spaniens erklärte sie, wie auf den Inseln mittlerweile zu Notlösungen gegriffen werden muss, wie Schulgebäude während des Sommers zur Unterbringung der minderjährigen Immigranten zu nutzen.

Madrid – Auch der spanische Minister für Immigration und Arbeit, Celestino Corbacho, schilderte das Problem der illegalen Zuwanderung auf den Kanaren als äußerst akut und bezog sich insbesondere auf die Zahl der Minderjährigen. Corbacho rief noch während der Konferenz alle autonomen Regionen zur Solidarität mit den Kanarischen Inseln auf. Außerdem verpflichtete er sich dazu, ein Schreiben mit der dringenden Bitte um Aufnahme Minderjähriger von den Kanaren zu verfassen und an alle Regionen zu versenden.

Inés Rojas zeigte sich nach Abschluss der Fachkonferenz äußerst zufrieden und zuversichtlich. Das Versprechen von Minister Cor-bacho, sich um die Aufnahme von Kindern aus den Heimen auf den Kanaren durch andere autonome Regionen zu bemühen bzw. sich als Vermittler zwischen den Kanaren und den Regionen einzuschalten, gebe Hoffnung, erklärte sie. So könne vermutlich das Ziel erreicht werden, noch vor dem 15. August mindestens 200 Minderjährige in andere Regionen umzusiedeln und so die Heime auf den Inseln zu entlasten. Madrid, Murcia, Kastilien-León oder Valencia kämen als Partner in Frage.




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