Mehr Schutz für Doñana-Nationalpark


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Neuer Plan soll illegalen Anbau in Spaniens größtem Feuchtgebiet verhindern

Mit einem neuen Regulierungsplan will die andalusische Regierung das Problem des illegalen landwirtschaftlichen Anbaus im Gebiet des Nationalparks Coto de Doñana an der Costa de la Luz in den Griff bekommen.

Huelva – Seit Wochen schon arbeiten die drei betroffenen Ministerien – Öffentliche Bauten, Umwelt und Landwirtschaft – an einem entsprechenden Entwurf für den sogenannten „Sonderplan für das Bewässerungsgebiet im Doñana“, der in Kürze der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll.

Hauptbestandteil des Plans soll die Rückgewinnung von zwischen 1.000 und 1.500 Hektar Land sein, das derzeit illegal für den landschaftlichen Anbau genutzt wird. Insgesamt sind von der Regulierung, die Andalusien nun anstrebt, 10.500 Hektar betroffen. Der Großteil davon liegt in Almonte und in Moguer.

Hauptproblem bei der Ausarbeitung des Plans ist die Tatsache, dass viele der Gebiete, die landwirtschaftlich genutzt werden, sich derzeit in einer rechtlichen Grauzone befinden. Das ist beispielsweise bei etwa 1.000 Hektar Erdbeerfeldern der Fall, die nach dem Ende 2003 verabschiedeten „Plan für Territoriale Ordnung im Bereich Doñana“, kurz Potad, plötzlich auf nicht landwirtschaftlich nutzbarem Gebiet lagen. Das liegt allerdings auch daran, dass der nun zur Debatte stehende Sonderplan, der nicht zuletzt auch die Bewässerung der Anbaugebiete regulieren muss, eigentlich bereits 2007 hätte verabschiedet werden sollen. Die betroffenen Landwirte und Gemeinden üben nun verstärkt Druck aus, um den Erdbeeranbau in dem Gebiet rechtlich abzusichern. Allerdings ist es nicht nur ein Problem der Interessen der Landwirte, die Bewässerung der Anbaugebiete wird nämlich aus dem maltrecho acuífero 27, dem wichtigsten Grundwasservorkommen des Doñana gespeist.

Die Naturschutzorganisation WWF hat bereits im vergangenen Jahr einen Bericht über die illegale Bewässerung in dem Naturschutzgebiet veröffentlicht. Diesen Bericht nutzt die andalusische Junta jetzt als Grundlage für die Erarbeitung ihres Sonderplans. Laut WWF ist auf Satellitenbildern des Gebiets deutlich zu erkennen, dass das Anbaugebiet nach Verabschiedung des Potad deutlich gestiegen ist. Nach WWF-Daten sind mindestens 1.688 Hektar neu hinzugekommen, von denen nur ein geringer Prozentsatz legal sein dürfte. Bei 1.300 Hektar bestünde hingegen überhaupt kein Zweifel, dass es sich um illegal bewirtschaftetes Gebiet handelt.

Dabei gilt es allerdings zu bedenken, dass einige der betroffenen Anbaugebiete erst aufgrund des Potad als illegal eingestuft wurden. Dies werde bei den zu erwartenden Sanktionen entsprechend berücksichtigt, ließ die Junta in diesem Zusammenhang verlauten. Wenig flexibel wolle man allerdings bei den Gebieten vorgehen, die zweifellos außerhalb des rechtlichen Rahmens angelegt wurden.

Der über 54.000 Hektar große Nationalpark Coto de Doñana ist Spaniens wichtigstes Feuchtgebiet.




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