Medikamente im Urlaub: Worauf ist zu achten?


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Ruhe, Strand, Berge, Sonne, Meer, Party, Natur: Bitte wählen Sie drei dieser Begriffe aus. Mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit erhalten Sie eine zwar oberflächliche aber richtige Beschreibung Ihres Traumurlaubs. Doch leider gibt es immer Dinge, die uns aus unserem Alltag in die freie Zeit begleiten. Die Einnahme von Medikamenten zum Beispiel. Manche sind darauf angewiesen, andere greifen bei bestimmten Situationen darauf zurück. Für alle gilt: Es gibt wichtige Tipps, die man beherzigen sollte, wenn Arzneimittel im Urlaub vonnöten sind.

Wuppertal – Veränderte klimatische Bedingungen im Urlaubsland können beispielsweise zu Nebenwirkungen führen, die man aus der Heimat nicht kennt. „Nach einem Sonnenbad können manche Medikamente – und das kann man im Beipackzettel nachlesen – unschöne chemische Reaktionen hervorrufen“, sagt Prof. Dr. med. Petra Thürmann, Leiterin des Philipp-Klee-Instituts für Klinische Pharmakologie am HELIOS Klinikum Wuppertal. Der Wirkstoff zirkuliere im Blut und damit auch direkt unter der Hautoberfläche. „Manche Stoffe reagieren dann auf die Sonneneinstrahlung. Es können sich Pickel, größere Blasen oder dunkelbraune Flecken bilden“ so die Arzneimittelexpertin. „Zum Beispiel gibt es viele Frauen, die dunkle Flecken auf der Haut bekommen, wenn sie die Pille einnehmen und sich dann dem Sonnenlicht aussetzen.“ Einige Antibiotika und Medikamente gegen Epilepsie können ganz massive Hautnebenwirkungen unter Sonneneinstrahlung auslösen. Es ist also Vorsicht geboten.

Beim Urlaub in Sonnenländern ist auf einen ausreichenden Sonnenschutz zu achten. Sonnencremes mit hohen Lichtschutzfaktoren gehören unbedingt in die Reiseapotheke. Zudem ist in heißen Ländern auf die richtige Lagerung von Medikamenten zu achten – immer im Schatten und je nach Wirkstoff bei höchstens 25 bis 30 Grad. „Auch Verhütungsmittel vertragen keine pralle Sonne und keine zu hohen Temperaturen“, so Prof. Thürmann. Auch Urlauber, die es in die Berge zieht, sollten besonders an Sonnenschutz denken. „Eine Creme mit hohem Lichtschutzfaktor und ein Lippenschutz sind wichtig“, sagt Prof. Thürmann. Und aus eigener, leidvoller Erfahrung fügt sie hinzu: „Beim Eincremen sollte man die Ohren nicht vergessen.“

Wer im Urlaub im Ausland auf die Schnelle ein paar Schmerztabletten kauft oder etwas gegen Übelkeit sucht, sollte sich vorab genau über die landestypischen Medikamente informieren. Denn: Arzneimittel sind im Ausland mit Vorsicht zu genießen. Oft ist die Dosierung des Wirkstoffs ganz anders als in Deutschland, weil es in vielen anderen Ländern keine Rezeptpflicht gibt. Wer sichergehen will, sollte auf bekannte Präparate zurückgreifen oder Medikamente gegen gängige Beschwerden schon von zu Hause mitnehmen.

Ein Glas Alkohol zu viel am Abend rächt sich erfahrungsgemäß am folgenden Morgen. Kopfschmerzen! Schnell erfolgt der Griff zum Schmerzmittel. Doch welches hilft am besten? Und wann sollte es eingenommen werden? Wenn es der Magen zulässt, empfiehlt sich eine Einnahme noch vor dem Schlafengehen. Außerdem ist es gut, viel Wasser zu trinken. Denn: Durch Alkoholkonsum verliert der Körper viel Flüssigkeit. Im Falle eines Katers sind Monopräparate den Kombipräparaten vorzuziehen. Monopräparate sind Arzneien, die nur einen Wirkstoff wie Acetylsalicylsäure, Paracetamol oder Ibuprofen enthalten. Der Körper kommt damit besser zurecht. Da die genannten Arzneistoffe ihre Wirkung im Durchschnitt nur für vier bis fünf Stunden entfalten, kann nach dieser Zeit nachdosiert werden – es sei denn, der Kater hat nachgelassen.

Vielen Menschen wird schon beim Gedanken an eine Reise leicht übel. Sie vertragen weder Bus- noch Schiffs- oder Flugreisen. Für solche Fälle bieten Arzneimittelhersteller Reisemedikamente (Wirkstoff: Dimenhydrinat) an. Doch Vorsicht: Patienten mit Herzerkrankungen oder vergrößerter Prostata sollten dabei zurückhaltend sein. Die klare Empfehlung lautet hier: Erst den Beipackzettel studieren, um sicherzugehen, dass die Arzneimittel nicht mehr schaden als nützen.

Erwähnt werden sollte allerdings, dass die Reisemedikamente sehr müde machen. Und ein schläfriger Start in den Urlaub ist ja nun auch nicht jedermanns Sache…




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