Marokko ruft Imame in Spanien zur „Mäßigung und Toleranz“ auf


Etwa 160 marokkanische Geistliche reisten nach Marrakesch

Mit wachsender Sorge hatte Madrid die Nachricht von einer Einberufung der in Spanien tätigen marokkanischen Imame zu einer Konferenz nach Marrakesch aufgenommen.

Madrid – Obwohl nicht offen dar-über gesprochen wurde, war offensichtlich, dass dieser Vorstoß Marokkos unter Umständen als eine Einmischung in innerspanische Angelegenheiten angesehen werden könnte. Letztendlich war die Sorge jedoch unbegründet.

Etwa 160 marokkanische Imame folgten am zweiten November-Wochenende dem Aufruf des marokkanischen Ministers für Islamische Angelegenheiten, Ahmed Toufiq, und versammelten sich in Marrakesch. „Wir folgen dem Aufruf, um über die Organisation der marokkanischen Einwanderung nach Spanien vom religiösen Standpunkt aus zu sprechen“, hatte der Vorsitzende der FEERI, des Dachverbands islamischer Religionsgruppen in Spanien, im Vorfeld erklärt und lag damit auch gar nicht so falsch.

Im Großen und Ganzen ging es bei dem Treffen darum, die in Spanien tätigen Imame dazu aufzurufen, verstärkt den islamischen Terrorismus zu verurteilen und einen „gemäßigten und toleranten Islam zu predigen“, der problemlos mit anderen Religionen zusammenleben kann.

Im Hinblick auf eine bessere Strukturierung der Einwanderung nach Spanien wurden zwar keine konkreten Maßnahmen vereinbart, jedoch die Gründung eines „Rats für im Ausland lebende Marokkaner“ in Aussicht gestellt.

In Spanien leben 600.000 marokkanische Einwanderer, europaweit sind es 3,2 Millionen. In den letzten Jahren sind in Spanien immer wieder Marokkaner im Zusammenhang mit terroristischen Delikten festgenommen worden.




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